Löschen, knoten, klettern: Die praktische Prüfung zum Feuerwehrmann hat es in sich.

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„Verteiler Wasser marsch!“ heißt es, doch es fließt kein einziger Tropfen, denn die Trockenübung ist Teil der Abschlussprüfung bei der Feuerwehr.

„Verteiler Wasser marsch!“ heißt es, doch es fließt kein einziger Tropfen, denn die Trockenübung ist Teil der Abschlussprüfung bei der Feuerwehr.

Reimann

„Verteiler Wasser marsch!“ heißt es, doch es fließt kein einziger Tropfen, denn die Trockenübung ist Teil der Abschlussprüfung bei der Feuerwehr.

Schiefbahn. Im Gerätehaus der Schiefbahner Feuerwehr herrscht konzentriertes Schweigen. Souverän wickelt Michael Beckers sein Feuerwehrseil um die bereitgestellte Leiter, zieht es noch einmal kräftig fest - fertig ist der geforderte gestochene Mastknoten. Knoten-Prüfer Dieter Heyn ist zufrieden mit den Ergebnissen seiner Prüflinge: "Die sind alle ein bisschen aufgeregt, ein paar Hände zittern."

Dieses Jahr sind keine Frauen unter den Prüflingen

Nach der bereits bestandenen schriftlichen Prüfung geht es jetzt um den endgültigen Eintritt bei der Feuerwehr. 24 angehende Feuerwehrmänner, die meisten zwischen 18 und 20 Jahren, stellen sich dem Test.

Unter ihnen sind sowohl Mitglieder aus Willich als auch aus Tönisvorst, alle männlich. "Im letzten Jahrgang waren einige Damen dabei, das ist diesmal leider nicht der Fall", erklärt Willichs stellvertretender Löschzugführer Bernd Teschen.

Als Ausbildungsleiter des Truppenlehrgangs für angehende Feuerwehrleute nimmt er zusammen mit neun weiteren Prüfern die Abschlussprüfung ab.

Über 100 Stunden lang haben sich die Teilnehmer vorbereitet. Auf dem Stundenplan standen unter anderem Fahrzeug- und Gerätekunde, Erste Hilfe und Gesetzeskunde. An drei verschiedenen Stationen müssen die Prüflinge ihr Können unter Beweis stellen.

Auf dem Jahnplatz simulieren acht Feuerwehranwärter einen Angriff auf eine Brandstelle. Der Maschinist bleibt stets am Feuerwehrauto, während ein Trupp zur Gefahrenstelle vorrückt, ein anderer die Schläuche installiert und ein dritter Trupp für die Verlegung der Schläuche zuständig ist. "Verteiler Wasser marsch!", schallt es über den Platz.

Ginge es um einen echten Brand, würde jetzt ein kräftiger Wasserstrahl aus dem Feuerwehrschlauch schießen. Doch es handelt sich nur um eine Trockenübung, "damit die Jungs für den Ernstfall gerüstet sind", wie Bernd Teschen erklärt. Praxiserfahrung durften die Prüflinge auch schon sammeln. "Als Belohnung für ihre gute Arbeit haben wir mit ihnen eine nasse Übung gemacht, damit sie auch mal ein Gefühl dafür bekommen, wie schwer so ein Schlauch mit Wasser wird", so Teschen.

Nach der Aufgabe rollt die Gruppe sämtliche Schläuche ein und verstaut die Geräte ordnungsgemäß im Wagen. "Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz, Aufräumen ist Pflicht", sagt Bernd Teschen.

Gruppenführer Marco Himmelmann freut sich. "Die Prüfer waren mehr als begeistert", berichtet er. Auch am Feuerwehrturm klappt alles gut. Zwei verschiedene Leitertypen müssen fachgerecht aufgestellt werden. "Leiter hebt an!", kommandiert ein Gruppenmitglied, dann packen alle vier gleichzeitig zu und tragen die 75 Kilogramm schwere Schiebeleiter zum Turm.

"Früher gab es nur eine Holzleiter: Die hat 100 Kilo gewogen." Die Anstrengung ist der Gruppe anzusehen, als sie die drei Einzelteile über einen Seilzug höher und höher zieht.

Bis zu 14 Meter lässt sich die Leiter ausfahren. Zufrieden notiert Brandinspektor Fred Schwirtz die Ergebnisse. "Bisher waren alle Aufgaben fehlerfrei", verrät er. Am Ende des Prüfungstages können schließlich alle aufatmen: Die 24 Teilnehmer haben mit Erfolg bestanden.

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