Rund 100 Schnäppchenjäger fanden sich zur Fundsachen-Auktion ein.

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Vor allem Markenräder – egal, in welchem Zustand – standen bei den Schnäppchenjägern hoch im Kurs.

Vor allem Markenräder – egal, in welchem Zustand – standen bei den Schnäppchenjägern hoch im Kurs.

Friedhelm Reimann

Vor allem Markenräder – egal, in welchem Zustand – standen bei den Schnäppchenjägern hoch im Kurs.

Schiefbahn. 68 Fahrräder, 25Taschen beziehungsweise Rucksäcke, 13 Handys, ein mobiles Navigationssystem und einiges mehr konnten am frühen Samstagmorgen beim Ordnungsamt der Stadt Willich ersteigert werden.

Der Andrang war wie immer groß, aber es war nicht alles wie immer: Routinier Günter van Eesbeeck ist krank, da war Frauenpower gefragt. Daniela Heitmeyer und Irma Dupke wuchsen nach anfänglicher Nervosität jedoch mit ihren Aufgaben.

Liebe ist, wenn man unverschämt früh aufsteht, weil die Freundin ein gebrauchtes Fahrrad haben möchte: Moritz Werkmeister aus Schiefbahn stand neben knapp 100 anderen Interessenten bereits vor neun Uhr auf der Matte, um sich kein Schnäppchen entgehen zu lassen.

Warum ein komplettes Rad kaufen, wenn man auch eines in Teilen haben kann, dachte sich wohl Jan (23) aus Köln. Er ersteigerte für 39 Euro ein ziemlich desolat wirkendes Fahrrad der Marke "Gazelle".

Was immer wieder auffällt: Markenprodukte stehen bei den Versteigerungen hoch im Kurs. Der Zustand der Fundsachen scheint dagegen kaum eine Rolle zu spielen.

Auch wenn der erfahrene Entertainer van Eesbeeck nicht da war: Es wurde trotzdem viel gelacht und es war ein buntes Völkchen, das sich da vor dem Ordnungsamt eingefunden hatte: Junge Familien, Singles, Deutsche, Ausländer sowie einige Gestalten, die schon ein bisschen abenteuerlich wirkten mit ihrem "Vorne-kurz-hinten-lang-Haarschnitt".

Der zuständige Fachbereichsleiter Martin Zinnel war ebenfalls gekommen - sozusagen als moralische Unterstützung für die beiden Versteigerungs-Neulinge. Gegenüber der WZ gab er zu verstehen: "Die Versteigerung von Fundsachen ist ein sehr formelles, strenges Verfahren - und ein Verfahren, das möglichst locker über die Bühne gehen sollte."

Seine beiden Mitarbeiterinnen erwiesen sich als lernfähig: Das Navi und einige andere Kostbarkeiten wurden zum Schluss aufgerufen - wer bleibt schon bis zum Ende, wenn nur noch ein paar schrottreife Fahrräder im Angebot sind?

Die Versteigerungen im Vorjahr spülten 2.100 Euro in die Stadtkasse. Martin Zinnel hat Irma Dupke und Daniela Heitmeyer mit einer Wette motiviert: "Wenn mehr als 2.400 Euro eingenommen werden, gebe ich ein Eis aus." Und da ja alles genau geregelt sein muss, fügt er hinzu: "Ein Eis mit drei Kugeln."

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