Vier Häuser für Flüchtlinge werden in diesem Jahr bezugsfertig.

Vier Häuser für Flüchtlinge werden in diesem Jahr bezugsfertig.
Gestern Nachmittag wurde das Richtfest für die vier Flüchtlingshäuser am Niersweg/Mutschenweg in Neersen gefeiert. Vor Ort hieß Zimmermann Markus Käding die Gäste der Stadt willkommen.

Gestern Nachmittag wurde das Richtfest für die vier Flüchtlingshäuser am Niersweg/Mutschenweg in Neersen gefeiert. Vor Ort hieß Zimmermann Markus Käding die Gäste der Stadt willkommen.

Kurt Lübke

Gestern Nachmittag wurde das Richtfest für die vier Flüchtlingshäuser am Niersweg/Mutschenweg in Neersen gefeiert. Vor Ort hieß Zimmermann Markus Käding die Gäste der Stadt willkommen.

Neersen. In diesem Jahr werden am Niersweg vier Häuser für bis zu 100 Flüchtlinge bezugsfertig sein, zwei davon schon im Laufe des Sommers. Gestern wurde Richtfest gefeiert. Nachbarn nahmen kaum teil. „Alle lieben Richtfest-Gäste, seid begrüßt zu diesem Feste“: Zimmermann Markus Käding trug flotte Richtfest-Reime vor, „ölte“ seine Stimme und warf sein Glas gegen die Fassade.

Rohbau und Dachstuhl sind fertig. Betontreppen und Decken wurden als Fertigteile eingekauft. Architektin Stefanie Käding: „Die Kalksandstein-Fassaden werden später weiß verputzt, die Erker farbig abgesetzt.“ Joachim Stukenberg, Leiter des Eigenbetriebs Objekt- und Wohnungsbau, hatte die Grobskizzen gemacht. Jedes der vier Häuser hat sechs Wohnungen auf drei Etagen. Die Wohnungen sind zwischen 60 und 88 Quadratmeter groß, haben zum Teil bodentiefe Fenster und eine Südlage mit Blick in die freie Natur. „Sie sollen später als Sozialwohnungen vermietet werden“, erklärte Stukenberg. Dann würden Balkone hinzukommen, gegebenenfalls außenliegende Aufzüge.

Schöne Geste am Rande: Gislinde Sprenger, eine 84-jährige Anwohnerin vom Erlenweg, brachte der Architektin einen Strauß Tulpen aus ihrem Garten. Vor den künftigen Nachbarn habe sie keine Angst, erklärte die Frau: „Die brauchen doch auch eine Unterkunft. Mein verstorbener Mann war auch ein Flüchtling, er war von den Tschechen aus dem Sudetengau vertrieben.“

Arno Lietz, Inhaber der Bauunternehmung Siebes, zog eine positive Zwischenbilanz: „Nach anfänglichen Protesten seitens der Anwohner herrscht absolute Ruhe.“

Bürgermeister Josef Heyes kam auf die große Politik zu sprechen: „Ich hoffe, dass sich Erdogan an die Verträge hält.“ Wenn alle geplanten Flüchtlingshäuser gebaut sind, wird es genügend Puffer geben.

„Wir haben zurzeit rund 300 Flüchtlinge, hinzukommen die 450 Menschen im ehemaligen Katharinen-Hospital“, sagte Geschäftsbereichsleiterin Susanne Kamp. Kämmerer Willy Kerbusch kündigte an, dass es für die vier Häuser einen Hausmeister geben werde: „Der wird aber keine soziale Betreuung machen.“

Im Sommer wird der Garten angelegt mit Rasen und Spielgeräten für die Kinder. Die vier Häuser am Niersweg werden jeweils 470 Quadratmeter Wohnfläche haben, auf einen Keller wurde verzichtet. rudi

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