Dem Priester aus Willich wird Missbrauch in 26 Fällen vorgeworfen.

Pfarrer Georg K. wird in Krefeld der Prozess gemacht.
Pfarrer Georg K. wird in Krefeld der Prozess gemacht.

Pfarrer Georg K. wird in Krefeld der Prozess gemacht.

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Pfarrer Georg K. wird in Krefeld der Prozess gemacht.

Willich. Am 9. Januar beginnt vor dem Krefelder Landgericht der Prozess gegen Georg K. (56). Das bestätigte am Montag die Pressedezernentin des Landgerichts, Richterin Simone Rühl, auf Anfrage der Westdeutschen Zeitung. Dem aus Willich stammenden Priester wird Missbrauch in 26 Fällen vorgeworfen.

K. hatte von 1994 bis 2007 unter anderem in St. Tönis, Kempen und Lobberich als katholischer Priester gearbeitet. Danach wurde er für eine Auslandsseelsorge in Südafrika freigestellt. Ein Jahr später soll sich der Geistliche in einem Kommunioncamp Kindern sexuell genähert haben.

Ende Juli wurde K. aus Südafrika ausgeliefert

Die Staatsanwaltschaft in Johannesburg nahm Ermittlungen auf, 2010 wurde schließlich ein Verfahren eröffnet, das erst im vergangenen Sommer eingestellt wurde. Wohl vor allem deshalb, weil parallel in Deutschland bei der Krefelder Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen ähnlicher Vorwürfe begonnen hatten, die eine härtere Strafe vermuten ließen. Diese Vorwürfe waren durch die Berichterstattung über die Verhandlung in Südafrika ans Licht gekommen.

In Krefeld ging die Staatsanwaltschaft zeitweise von sexuellem Missbrauch in 37 Fällen aus. Ein internationaler Haftbefehl wurde ausgestellt. Diesem Gesuch entsprachen die südafrikanischen Behörden schließlich: Ende Juli wurde Georg K. ins Flugzeug nach Deutschland gesetzt, wo er dann gleich in Haft genommen wurde.

Bereits 2011 hatte das Bistum Aachen durch einen Sprecher erklärt, K. haben in einem „Gesprächsprotokoll“ den Missbrauch von Kindern eingeräumt. Der Geistliche erklärte damals, sich den Ermittlungsbehörden in seiner Heimat stellen zu wollen.

Die Anklageschrift gegen K. hatte Richterin Rühl gestern noch nicht vorliegen. Sie erklärte allerdings, dass es sich bei den 26 Fällen, die nun vor Gericht zur Sprache kommen, ausschließlich um solche aus Deutschland handele. Die Missbrauchsvorwürfe aus Südafrika spielten beim Prozess keine Rolle.

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