Wohnungen werden zu Kitas umfunktioniert. Tagesmütter übernehmen die Betreuung der U3-Kinder. Das spart Geld.

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Bis 2013 muss die Betreuung der Kleinstkinder gesichert sein.

Bis 2013 muss die Betreuung der Kleinstkinder gesichert sein.

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Bis 2013 muss die Betreuung der Kleinstkinder gesichert sein.

Willich. Warum das Rad neu erfinden, wenn andere bereits eine praktikable Lösung für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren gefunden haben? Ganz in diesem Sinne stellten im Jugendhilfeausschuss Angelika Holz und Volker Schaffrath vom Jugendamt der Stadt Mönchengladbach ihre „Erfindung“ namens Lena (Lernen und Erziehen nutzt allen) vor.

Dahinter verbirgt sich eine neue, vergleichsweise kostengünstige und flexible Art der Kinderbetreuung, angesiedelt zwischen der Betreuung durch eine Tagesmutter und der Unterbringung in einer Kita.

Die Gruppen sollen jeweils mit einer Kita zusammenarbeiten

Auch in Mönchengladbach ist es zu einem Wettlauf mit der Zeit gekommen – schließlich muss bis zum 1. August 2013 sichergestellt sein, dass 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Platz bei einer Tagesmutter oder in einer Kita bekommen.

Dabei hat Lena etliche Vorzüge. Es handelt sich um eine Großtagespflege in Erdgeschosswohnungen, die die Stadt anmietet. Drei, am besten aber vier Zimmer bieten Platz genug für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren.

Die Tagespflegepersonen absolvieren einen 160-Stunden-Kurs zur Qualifikation. Und sie bekommen einen befristeten Arbeitsvertrag mit der Stadt. Kinderpflegerinnen haben besonders gute Chancen, eingestellt zu werden. Volker Schaffrath erklärte, man suche gezielt Erdgeschosswohnungen in der Nähe einer bestehenden Kindertagesstätte.

Im August 2013 haben die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kleinkinder. Offen ist, ob NRW die dafür notwendige Quote von etwa 30 Prozent erreichen kann.

Die dortige Leiterin übernimmt dann die Koordination oder kann mit einer Kollegin aushelfen, falls es in der Lena-Gruppe einmal personell eng werden sollte.

Das Land zahlt den Umbau der Räume, die Stadt das Personal

Für die Eltern bedeutet das verlässlichere Betreuungsverhältnisse als bei einer herkömmlichen Tagesmutter. Und die Stadt muss nicht in Kita-Neubauten investieren. Den Kindern werden außerdem spätere mögliche Eingewöhnungsprobleme in der Kindertagesstätte erspart, weil sie sich dort bereits auskennen.

Ebenfalls erfreulich: Die Unterbringung in einer Lena-Gruppe, das haben die Mönchengladbacher errechnet, ist rund 1000 Euro pro Kind und Jahr billiger als die Unterbringung in einer Kita. Für den Umbau der Wohnungen muss die Stadt kein eigenes Geld in die Hand nehmen, den zahlt das Land.

Thomas Brandt (FDP) sprach von einem „sehr flexiblem Produkt“ und von einem „schönen, individuellen Projekt“. Martin Seufert (CDU) erfuhr auf Anfrage, dass potenzielle Vermieter zunehmend aufgeschlossener reagierten.

Sie erkennen als Vorteile, dass die Stadt ein sicherer Mietzahler ist und dass abends und an den Wochenenden die Wohnungen nicht genutzt werden. Siegfried Kirsch (CDU) erkundigte sich nach der Mindestgröße. „75 Quadratmeter reichen, besser wäre allerdings eine etwas größere Wohnung mit vier Zimmern“, erklärte Schaffrath.

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