Merlin Praetor (Grüne) weist Eltern-Forderungen in Anrath zurück.

Willich. Merlin Praetor, Vorsitzender des Schulausschusses, nennt den Einsatz der Anrather Eltern „ehrenhaft“. Diese kämpfen mit einem Bürgerantrag für die Bildung einer dritten Eingangsklasse an der Albert-Schweitzer-Grundschule (ASS) zum Schuljahr 2017/2018 (die WZ berichtete). In der Sache sieht der Grünen-Politiker, der in Anrath wohnt, aber keine Chance für eine Umsetzung dieser Forderung: „Politisch wackelt da gar nichts.“

Formal betrachtet habe es im Herbst eine einstimmige Entscheidung im Schulausschuss gegeben, die mit der Unteren Schulaufsicht und den Schulen abgestimmt war, sagt Praetor. Dem sei ein gründlicher Abwägungsprozess voraus gegangen.

Die Eltern, so der Ausschussvorsitzende, gingen von falschen Zahlen aus. So reiche die Bandbreite der erlaubten Schüler in einer Klasse nicht nur bis 28, wie die Eltern glaubten, sondern bis 29. Folge: In Anrath gebe es mehr als nur zwei freie Schulplätze: „Allein an der Albert-Schweitzer-Schule wären weitere acht möglich.“ Ob dies sinnvoll wäre, sei eine andere Frage.

Die Anrather Eltern hätten sich auf die Willicher Kolpingschule fokussiert. Aber auch dort müssten neun Kinder abgelehnt werden, wenn man nur zwei statt wie geplant drei Eingangsklassen bilde – an der ASS sind es zwölf. Zudem sei es nicht sinnvoll, die Kolpingschule und die benachbarte Grundschule Wekeln gleichermaßen zu deckeln. Und 21 statt wie vorgesehen 20 Eingangsklassen zu bilden, geht auch nicht: Das verbieten die vom Land festgelegten Richtzahlen.

Der Zeitpunkt der Eltern-Initiative ist aus Sicht von Praetor unglücklich: Schon seit dem 15. Januar seien die Schulen dabei, die neuen Klassen zu bilden. „Der Spielball liegt nicht mehr bei der Politik“, so der Ratsherr der Grünen.

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