Wolfgang Boochs stellt sein neues Werk über das alte Ägypten vor. Darüber spricht er auch im Radio.

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Eine Büste des Pharaos Echnaton kurz vor einer Ausstellungseröffnung im ägyptischen Alexandria.

Eine Büste des Pharaos Echnaton kurz vor einer Ausstellungseröffnung im ägyptischen Alexandria.

Dr. Wolfgang Boochs ist Jurist und Ägytologe. Archiv

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Eine Büste des Pharaos Echnaton kurz vor einer Ausstellungseröffnung im ägyptischen Alexandria.

Neersen. Hat Moses gar nicht existiert? Ist er identisch mit Echnaton, dem Ehemann der Nofretete, der um 1370 vor Christus als erster den Monotheismus nach Ägypten brachte? Der Neersener Dr. Wolfgang Boochs hat jede Menge Gehirnschmalz in sein neuestes Buch „Echnaton und Moses“ investiert. Der 67-jährige Jurist und Ägyptologe freut sich darauf, am Freitag, 3. Februar, in seinem Kulturforum an der Pappelallee mit einem interessierten Publikum ins Gespräch zu kommen.

Enge Freundschaft zu koptischen Christen

Als Echnaton nach rund 20-jähriger Herrschaft starb, war die Vielgötterei wieder erlaubt. Was dagegen strikt verboten war: den Namen Echnatons auszusprechen. Während seine Existenz belegbar ist, halten moderne israelische Archäologen die Existenz Moses und mit ihr die Exodusgeschichte vom Auszug ins gelobte Land für eine Legende.

Für Boochs ist das nachvollziehbar. Aber wie ist die Geschichte vom Auszug der Israeliten aus Ägypten denn ins Alte Testament gekommen? Boochs bringt den Geschichtsschreiber und Priester Manetho ins Spiel, der um 300 vor Christus die Aussätzigen- und Vertreibungsgeschichte geschrieben hatte. In seiner Darstellung werden aus den Hyksos – auf ägyptisch die Fremden – auf einmal die Juden.

Wolfgang Boochs hatte in der Vergangenheit auch ein Buch über die Koptische Kirche in Ägypten geschrieben. Das war zwar schon 2004, aber das Thema ist jetzt so aktuell wie nie. Beim Radiosender Bayern II wird der Neersener deshalb am 12. Februar zu hören sein.

Der Neersener hat viele Freunde in Ägypten, die Christen sind. Für diese sei das Ergebnis der Revolution nach dem Sturz Mubaraks eine klare Verschlechterung ihrer Lage. „Gemäß der Scharia dürfen Muslime, die einen koptischen Christen getötet haben, nicht verfolgt werden“, sagt Boochs. Von dem neuen Regime hätten die Christen in Ägypten wirklich nichts Gutes zu erwarten.

» „Echnaton und Moses“ ist im Oldib-Verlag Essen erschienen und kostet 15 Euro (ISBN 978-3-939556-23-7).

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