Feuerzangenbowle und gestiefelter Kater: Festspielintendant Jan Bodinus stellt das Programm für die kommende Spielzeit vor.

Feuerzangenbowle und gestiefelter Kater:
Vom Kino auf die Bühne der Schlossfestspiele: Im Original von „Ziemlich beste Freunde“ spielten Omar Sy (l; Driss) und François Cluzet (Philippe).

Vom Kino auf die Bühne der Schlossfestspiele: Im Original von „Ziemlich beste Freunde“ spielten Omar Sy (l; Driss) und François Cluzet (Philippe).

Pierre Sanoussi-Bliss spielt „Driss“ in „Ziemlich beste Freunde“.

Matthias Freihof gibt die Rolle des Philippe.

Senator, Bild 1 von 3

Vom Kino auf die Bühne der Schlossfestspiele: Im Original von „Ziemlich beste Freunde“ spielten Omar Sy (l; Driss) und François Cluzet (Philippe).

Neersen. Großes Kino – und das im Theater. „Ziemlich beste Freunde“ war ein Kinostück, das für richtig Furore gesorgt hat. Und das soll auf die Bühne der Neersener Festspiele als eines der beiden Abendstücke im kommenden Jahr. Das erklärte am Donnerstag Intendant Jan Bodinus bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit vom 12. Juni bis 14. August.

Es werden bekannte Gesichter sein, die den gelähmten Philippe und den Sozialhilfe-Empfänger Driss spielen: In der Rolle des Driss wird Pierre Sanoussi-Bliss zu sehen sein. Für Krimifans, die in den vergangenen 17 Jahren häufiger das ZDF eingeschaltet hatten: Das ist Alexander Richter aus „Der Alte“. Und – der Name des Stückes ist Programm – sein Partner ist auch im wirklich-wahren Leben sein bester Freund: Matthias Freihof. Der Berliner ist überregional bekannt durch seine Rolle als Oberkommissar Lorenz Wiegand in „Siska“.

Die Geschichte erzählt vom querschnittsgelähmten Philipp, der einen Pfleger braucht. Hier stellt sich zwar Driss vor, aber eigentlich hat er darauf keinen Bock. Er braucht eigentlich nur eine Unterschrift fürs Jobcenter. „Komödie muss nicht immer schenkelklopfend und blöd sein“, freute sich Jan Bodinus. Ihm war die Freude über die Verpflichtung der beiden Akteure sichtlich anzumerken. Beide haben an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin studiert. Sanoussi-Bliss ist auch als Autor und Filmregisseur unterwegs. Freihof genießt neben seinem Schauspiel-Engagement einen hervorragenden Ruf als Sänger, Regisseur und Entertainer. Er wird bei den Festspielen auch Regie führen. „Es ist nicht der Michael-Schanze-Effekt. Aber viele werden die beiden kennen“, so Bodinus. Premiere wird am 18. Juni sein.

Zum zweiten Abendstück brauche man eigentlich nichts zu sagen, erklärte der Intendant: Ab dem 23. Juli wird die „Die Feuerzangenbowle“ zu erleben sein. „Ein großer, unzerstörbarer Klassiker“, sagte Bodinus. So ganz nebenbei komme man damit dem Wunsch vieler Menschen nach, die die Geschichte um den Pennäler Dr. Pfeiffer schon immer mal in Neersen sehen wollten. „Vielleicht können wir die Klasse aus den „Jungen Festspielen“ bestücken“, hofft Bodinus. Oder vielleicht mit jungen Leuten aus der Schauspielschule Bochum, aus der er selbst kommt.

Action wird’s geben beim Kinderstück, das ab dem 12. Juni zu sehen sein wird. „Der gestiefelte Kater – Schreck lass nach!“ Klassisches Märchen trifft Animationsfilm. Ganz in Anspielung auf das grün-liebenswerte Monster Shrek. Es soll rasant zugehen, etwas von Musketier-Atmosphäre haben – der Edelmann, der in der spanischen Pampa unterwegs ist. „Klassische Stücke liegen im Trend“, da ist sich Bodinus sicher. „Auch wenn vielerorts die Besucherzahlen rückläufig sind.“ Hat er schon eine Vorstellung, wer den Kater spielen soll? „Ja, wir bemühen uns um Gideon Rapp. Er würde dann auch den Pfeiffer in der Feuerzangenbowle geben.

„Fremde – Freunde“ heißt das Motto, unter dem die Festspiele stehen. Damit will der Intendant auch das Flüchtlings-Thema aufgreifen. Eventuell auch aktiv Flüchtlinge einbinden. „Wie kann man Ängste und Vorbehalte abbauen?“ Da sehe er einen klaren Auftrag.

Derzeit stellt Bodinus das Ensemble zusammen. „Ich habe die Besetzung schon im Kopf, aber die Schauspieler wissen das noch nicht“, erklärte er. Nicht mit von der Partie wird das Ehepaar Dölker sein, dass eine andere Verpflichtung angenommen hat. „Ein, zwei neue Gesichter“ werde es auf jeden Fall geben, das Publikum wird aber viele bewährte Kräfte wiedersehen. Und eines hat der Intendant definitiv entschieden: „Das Wetter wird wieder gut“.

Über das Rahmen- und Kellerprogramm erfahren Sie mehr auf Seite 19.

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