Die Stadt möchte das Angebot der Begegnungsstätten verbessern. Nur 84 Neersener haben geantwortet.

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Etliche Neersener Senioren haben nach Fahrrad-Angeboten gefragt.

Etliche Neersener Senioren haben nach Fahrrad-Angeboten gefragt.

dpa

Etliche Neersener Senioren haben nach Fahrrad-Angeboten gefragt.

Willich. Wenn man Angebote verbessern möchte, fragt man am besten die Betroffenen, was genau sie wollen. Diesen Weg geht die Stadt Willich in Sachen Begegnungsstätten. Die Seniorenstelle möchte die Angebote dort weiter verbessern – und hat deshalb eine Fragebogenaktion gestartet. Die Neersener Begegnungsstätte machte den Auftakt.

Von den 2119 Bürgern, die angeschrieben wurden, gaben allerdings nur von 84 eine Antwort. „Das sind fünf Prozent“, sagt Corry Thorissen, Seniorenbeauftragte der Stadt. Mit mehr habe sie nicht gerechnet. Eine solche Quote sei durchaus normal. Auch bei einer Befragung, die nach dem Willen des Sozialausschusses „aktivierend“ wirken sollte.

Nachbarschaftliche Hilfe ist gefragt

Der Ausschuss hatte den Auftrag erteilt, zu ermitteln, welchen Bedarf die Bürger im Alter von 55 Jahren und mehr im Hinblick auf kulturelle, soziale und pflegerische Angebote haben. Entsprechend soll das Angebot der Begegnungsstätte am Minoritenplatz verändert werden.

Charly Röttgen, Vorsitzender des Seniorenbeirats, stellte die Ergebnisse am Dienstag öffentlich vor. Etwa 20 Interessierte waren dazu ins Technische Rathaus gekommen.

Röttgen hat die Antworten mit Thorissen und seiner Stellvertreterin Ute Knabben ausgewertet. Im Bereich „Soziale Kontakte/Bewältigung des Alltags“ wünschen sich 25 Personen nachbarschaftliche Hilfe. 18 möchten gemeinsame Aktivitäten von Jung und Alt. Informationen in Sachen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung hätten gerne 30 Menschen. „Einen entsprechenden Vortrag werden wir ins Programm der Begegnungsstätte aufnehmen“, verspricht Thorissen.

Auch nach Ende der Befragung kann man Anregungen zum Angebot der Begegnungsstätte Minoritenplatz 29 äußern oder sich zu besonderen Aktivitäten anmelden. Ansprechpartnerin ist Corry Thorissen von der Seniorenstelle, Telefon 02154/949 653.

Beim Bewegungsangebot sind Radfahren mit 41, Wandern mit 37 und Gymnastik mit 28 Stimmen an der Spitze der Beliebtheitsskala. Zwar gibt es bereits entsprechende Angebote, aber auch hier kann über eine Erweiterung nachgedacht werden.

„Wir werten die Antworten jetzt auch noch dahingehend aus, wer solche Aktivitäten anbieten will“, sagt Beate Kivelip, die Leiterin der Begegnungsstätte. Immerhin 17 Personen haben auf ihren Antwortbögen angegeben, zu ehrenamtlichem Engagement bereit zu sein.

Sitzgymnastik gibt es bereits an jedem 2. und 4. Donnerstag im Monat von 14 bis 15 Uhr. Auch der Besuch von Theater, Konzerten, Museen ist erwünscht. „Ich fahre jetzt schon mit rund 200 Personen in die Komödie nach Düsseldorf“, sagt Ingrid Gorges, die solche Fahrten organisiert. „Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man nicht hin und mit dem Auto zu fahren, trauen sich viele nicht mehr zu.“ Ihre Gäste sind meist älter als 75 Jahre.

Ingrid Gorges hofft, dass mit der Veränderung des Angebots noch mehr Menschen den Weg in die Begegnungsstätte finden. „In Schiefbahn sind es meist 30, die ich dort beobachte“, sagt sie.

So ehrgeizig sind Kivelip und Thorissen nicht. „Schiefbahn ist viel größer als Neersen“, dämpfen sie Erwartungen. Dennoch sei dieser Ortsteil Vorbild. „Da haben wir 2010 die Befragung durchgeführt, entsprechend angepasst und für eine Belebung der Begegnungsstätte gesorgt“, sagt Thorissen.

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