Automobile: 40 Besitzer der englischen Oldtimer fachsimpelten bei einem internationalen Treffen in Neersen.

Neersen. Günther Pilz, Apotheker aus Mönchengladbach, weiß, dass MG-Fahren nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen ist. Die halten sich jedoch in Grenzen: "Die Autos funktionieren rein mechanisch. Da gibt es keine komplizierte Elektronik", sagte der 63-Jährige, stolzer Besitzer eines MG VA Tickfort, Baujahr 1936, jetzt in Neersen.

Pilz hatte am Freitagabend 40 Besitzer der seltenen viersitzigen MG-Personenwagen auf den Ramshof eingeladen. Dort wurde gefachsimpelt, gegessen und später übernachtet. Die Teilnehmer kamen aus acht Ländern, die Fahrzeuge, die zwischen 1936 und 1939 gebaut wurden, ausschließlich aus England.

"90 Kilometer pro Stunde sind eine angenehme Geschwindigkeit."

Christian Hinz, Fahrer eines Tickforts in Creme-White

Neben diesem Typen mit Klappverdeck standen noch Autos mit Notverdeck, die so genannten Tourer, und die geschlossene Variante, die Saloons, in Reih und Glied auf grünem Rasen. Sie waren eine willkommene Kulisse für Hochzeitsfotos. Das Brautpaar Irene und Thorsten Radhöfer, das im Ramshof feierte, nutzte sie spontan. Durch das Hochzeitspaar lief auch Jean-Pierre Dichter aus Luxemburg zu Hochform auf: Der Oldtimer-Fan, der in seiner Heimat Brautpaare fährt, drehte so manche Runde mit den frisch Vermählten.

Christian Hinz, Orthopäde aus Bad Pyrmont, machte sich am Motor seines Tickforts, von dem nur 390 Exemplare gebaut worden sind, zu schaffen. Er hat Großes mit dem Wagen in Creme-White vor: Eine Italientour mit Ehefrau Ruth, die wegen einer Grippe nicht nach Neersen kommen konnte. Bei nur 76,5Pferdestärken in der imposanten Karosse sollte es eine beschauliche Reise werden: "90 Kilometer pro Stunde sind eine angenehme Geschwindigkeit", so die Erfahrung von Christian Hinz.

Peter Lange, Zahnarzt aus Rösrath, war der Einzige, der mit einem kleinen MG TD vorgefahren kam: Sein VA Tourer von 1938 hatte Motorprobleme. Die Stimmung ließen er und seine Frau sich dennoch nicht vermiesen. Die Besitzer der seltenen Fahrzeuge - von dem Typen SA Tickfort Charlesworth, mit dem Henry Borgesins aus den Niederlanden vorgefahren kam, existieren weltweit nur noch zwei Exemplare - kennen sich mittlerweile gut.

Es gab so manche herzliche Umarmung und jede Menge Gesprächsstoff. Gary und Heather Wall leben in Neuseeland, haben aber in Großbritannien ebenfalls ein Anwesen und einen MG - mit dem nahmen sie jetzt an dem Treffen teil. Die Fahrt führte sie auch zu Schloss Dyck und zur Neusser Skihalle. Pilz: "Über so viel Schnee mitten im Sommer haben sich besonders die Teilnehmer aus dem Inselreich gewundert."

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