Die Stadt wird die Festspiele mit rund 150.000 Euro subventionieren und schätzt, dass 21.500 Zuschauer kommen.

Zum Auftritt von Uli Masuth kamen nur 139 Zuschauer.
Zum Auftritt von Uli Masuth kamen nur 139 Zuschauer.

Zum Auftritt von Uli Masuth kamen nur 139 Zuschauer.

Zum Auftritt von Uli Masuth kamen nur 139 Zuschauer.

Neersen. "Jede Eintrittskarte zu Aufführungen der Schlossfestspiele wird von der Stadt mit 18 bis 20 Euro subventioniert." Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) machte die Rechnung im Sport- und Kulturausschuss auf, ohne diese Aufgabe zu kritisieren. Die Schlossfestspiele - dieses Jahr finden sie vom 13. Juni bis zum 22. August statt - sind den Politikern lieb - und teuer.

Für 2010 wird der Verlustausgleich der Stadt auf 150000 Euro geschätzt. Während die Ausgaben recht zuverlässig ermittelt werden können, kann die Zahl der Besucher nur geschätzt werden - die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass 21500 Zuschauer kommen werden. Die Honorare sind mit 336000 Euro der mit Abstand größte Ausgabenposten.

Was im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht sonderlich verwundert: Es fällt immer schwerer, neue Sponsoren zu finden und bestehende zu halten. "Zwei Werbepartner haben ihre Unterstützung gekündigt", berichtete Willy Kerbusch als kommissarischer Kulturdezenent. "Wenn die Geschäfte wieder besser laufen, werden sie die Schlossfestspiele wieder unterstützen", sagte Kerbusch.

Für die Proben wird wieder die Vinhoven-Halle genutzt

Immerhin konnte er etwas Positives berichten: Im Streit um die Nutzung der Vinhovenhalle als Probebühne ist es zu einer Einigung zwischen der Verwaltung, dem Neersener Turnerbund, dem Stadtsportverband und der Schulpflegschaft der Vinhovenschule gekommen. Der Kompromiss sieht vor, dass es in diesem Jahr zum letzten Mal dort Proben geben wird.

Ab Anfang Mai, wenn die Proben beginnen, weichen die Schüler und der Neersener Turnerbund auf die Niershalle aus. Bestimmte Angebote werden in die Schiefbahner Kulturhalle ausgelagert. Kinder und Jugendliche sollen ihren Sport auf jeden Fall weiter in Neersen ausüben können. Die Fraktionen lobten die Kompromissbereitschaft der Beteiligten. Kerbusch sagte zu, für nächstes Jahr nach einer Alternative zu suchen, "die wirtschaftlich vertretbar ist und mit der auch der Schlossfestspielverein und die Intendantin einverstanden sind".

Nicht jedes kulturelle Angebot wird so angenommen, wie sich das die Verantwortlichen im Rathaus vorgestellt haben. Zu den Veranstaltungen mit besonders hoher Auslastung gehört die Ausstellung von Lea Lenhart - die Glasperlenarbeiten schauten sich 507 Menschen an. Die Weihnachtslesung lockte 201 Besucher an - 21 mehr als erwartet.

Klassische Musik und auch Kabarett, wenn nicht gerade Kleinkünstler der obersten Liga auftreten, sind mitunter ein Flop. Uli Masuth schauten sich in der Motte 139 Besucher an - für diesen Auftritt hätte fast der Schlosskeller ausgereicht. Dem Amma-Quartett lauschten gerade mal 56 Besucher und damit knapp ein Viertel der prognostizierten Zahl.

Vielleicht liegt das ja daran, dass kulturell interessierte Leute wieder verstärkt zum Buch greifen. Während die Ausleihzahlen von Januar bis Oktober 2009 deutlich unter denen des Vorjahres lagen, ist seit November eine Trendwende erkennbar. Ende gut, alles gut: Insgesamt wurden letztes Jahr 57634 Medien ausgeliehen - 2008 waren es 54.596 gewesen.

Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) möchte, dass dem Kulturausschuss künftig auch die Zahl der Ausleihen der kirchlichen Büchereien mitgeteilt werden.

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