Schlosserstürmung: Weniger Narren als in den vergangenen Jahren eroberten das Rathaus. Die Verteidiger waren wild kostümiert.

Bürgermeister Josef Heyes als Kaiser Otto II. (l.) hat die weiße Fahne zeigen lassen. Das Prinzenpaar freut sich über Stadtkasse und Schlüssel.
Bürgermeister Josef Heyes als Kaiser Otto II. (l.) hat die weiße Fahne zeigen lassen. Das Prinzenpaar freut sich über Stadtkasse und Schlüssel.

Bürgermeister Josef Heyes als Kaiser Otto II. (l.) hat die weiße Fahne zeigen lassen. Das Prinzenpaar freut sich über Stadtkasse und Schlüssel.

Lübke

Bürgermeister Josef Heyes als Kaiser Otto II. (l.) hat die weiße Fahne zeigen lassen. Das Prinzenpaar freut sich über Stadtkasse und Schlüssel.

Neersen. Schneeregen hielt offenbar viele Narren davon ab zu erleben, wie die Prinzengarde der Stadt Willich am Donnerstag Abend das Schloss erstürmte. So war die Zahl derer, die den Sieg von Prinz Rainer I. Füsgen miterlebten, geringer als in den Vorjahren.

Die Verteidiger des Virmondschen Schlosses erwiesen sich nach der Kapitulation als bunt zusammengewürfelter Haufen. Eine gewisse Würde strahlte Bürgermeister Josef Heyes aus: Er hatte sich als Kaiser Otto II. verkleidet, der sich vor ziemlich genau 1000 Jahren in der Gegend umgeschaut hatte um zu klären, ob Anrath würdig sei, zum Kirchspiel erklärt zu werden.

"Mei Trachtenhemd ist grad en de Wäsch": Kämmerer Willy Kerbusch trug wegen der Finanzkrise ein T-Shirt zur Lederhose. Ratsfrau Dr. Ellen Roidl-Hock präsentierte die neue Polizeiuniform für weibliche Beamte: Grüne Jacke, Hot Pants, Netzstrümpfe.

Guido Görtz (CDU) kam als Löwe und endete nach der Kapitulation als zahmer Schlosskater. Die Technische Beigeordnete Martina Stall hatte sich als Burgfräulein verkleidet, schielte zum Technischen Rathaus und bemerkte ein wenig enttäuscht: "Meine Burg da nebenan will ja keiner!" Bauhof-Chef Bernd Kuhlen kam als Kaktus, 1. Beigeordneter und Kulturdezernent Christoph Gerwers hatte einen Helm auf: "Ich bin der Polier, der dafür sorgt, dass durch die Baustelle am Rothweg die Schlossfestspiele nicht gestört werden", so die Interpretation seiner "Verkleidung".

SPD-Bürgermeisterkandidat Alexander Oerschkes war in venezianischem Outfit erschienen - die ultralange goldene Nase stand dem problemlosen Genuss des Gerstensaftes im Wege. Frieder Nöhles, Vorsitzender des Festausschusses, dankte den Besuchern, die dem Wetter getrotzt hatten, und verkündete einen harten Kampf ums Schloss.

"Wir werden den Rammbock heißlaufen lassen", drohte auch Prinz Rainer Füsgen. Und rief dem Bürgermeister zu: "Josef, zieh’ Dich warm an!" Dem konnte schließlich auch der treu ergebene Knappe Manfredus Magnus Jacobus nicht helfen - beim dritten Versuch der Prinzengarde, mit dem Rammbock das Schloss zu stürmen, ergab sich der "Kaiser". Es erfolgten Schlüssel- und Geldübergabe.

Im Wahlefeldsaal feierten Sieger und Besiegte dann einträchtig. Kinderprinz Malte I. und Stadtprinz Rainer I. hoffen, dass sowohl zum Tulpensonntagszug in Anrath als auch zum Kinderzug am Montag viele Narren kommen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer