Der „Hotzenplotz“ feiert bei den Festspielen am 6. Juni Premiere. Die Akteure werden zu lebenden Puppen.

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Die Schauspieler stürzen sich auf die erste Festspiel-Premiere (v.l.): Claudia Dölker (Großmutter), Hartmut Scheyhing (Zauberer), Björn Klein (Kasperl), Marc Suesterhenn (Seppel), Wolf-Guido Grasenick (Hotzenplotz), Jürgen Hoppe (Wachtmeister Dimpfelmoser) und Verena Held (Fee Amarylis und eine Unke).

Die Schauspieler stürzen sich auf die erste Festspiel-Premiere (v.l.): Claudia Dölker (Großmutter), Hartmut Scheyhing (Zauberer), Björn Klein (Kasperl), Marc Suesterhenn (Seppel), Wolf-Guido Grasenick (Hotzenplotz), Jürgen Hoppe (Wachtmeister Dimpfelmoser) und Verena Held (Fee Amarylis und eine Unke).

Friedhelm Reimann

Die Schauspieler stürzen sich auf die erste Festspiel-Premiere (v.l.): Claudia Dölker (Großmutter), Hartmut Scheyhing (Zauberer), Björn Klein (Kasperl), Marc Suesterhenn (Seppel), Wolf-Guido Grasenick (Hotzenplotz), Jürgen Hoppe (Wachtmeister Dimpfelmoser) und Verena Held (Fee Amarylis und eine Unke).

Neersen. Das Stück ist eine richtige Räuberpistole: Spätestens seit der Verfilmung mit Gerd Fröbe in den 70er Jahren kennen Generationen von Kindern den "Hotzenplotz" von Otfried Preußler. Das Bild des vollbärtigen Bösewichts mit riesigem Hut und scharfer Pfefferpistole hat sich seitdem in den Köpfen festgesetzt.

Und Armin Rohde tat vor drei Jahren sein Möglichstes, um in der zweiten Verfilmung in Fröbes große Fußstapfen zu treten. Wolf-Guido Grasenick will das als Hotzenplotz auf der Neersener Festspielbühne gar nicht erst versuchen. Und das nicht nur, weil er etliche Kilo weniger als seine gewichtigen Vorgänger auf die Waage bringt.

"Eine ganz besondere Inszenierung muss es sein" - das stand für Intendantin Astrid Jacob schon im Vorjahr fest, als sie auf vielfachen Publikumswunsch den Räuber auf den Spielplan setzte. Regisseur Reinhardt Friese will mit einfachsten, ursprünglichsten Theatermitteln die alte Puppentradition hervorheben, auf die das Stück aufbaut:

Kasperl und Seppel, Großmutter und Zauberer, Wachtmeister und Räuber - zum richtigen Kasperletheater fehlt beim Personal eigentlich nur noch das Krokodil. "Das hätten wir auch noch gerne gehabt", verrät Friese.

Schön, frech, schnell und spannend soll der 50-minütige "Krimi für Kinder" auf die Bühne gebracht werden. Die Akteure sind dabei auch körperlich gefordert. "Sie geraten gehörig ins Schwitzen", verspricht der Regisseur.

Mit minimalen Requisiten und knappem Bühnenbild (sogar Bäume werden von den Akteuren gespielt) soll die Inszenierung eine "Phantasie-Mobilisierungsmaßnahme" (Friese) für Kinder werden. Ausstatterin Silke von Patay lässt die Akteure dafür zeitweise zu lebenden Puppen werden.

Für die zauberhafte Musik sorgt Hartmut Scheyhing, der als Komponist die Melodie "Alles neu macht der Mai" aus Großmutters Kaffeemühle variiert - und "nebenbei" den bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann spielt. Wie auch die Schauspieler "nebenbei" zu diversen Instrumenten greifen werden. Damit sich der "Hotzenplotz" ganz nebenbei in die Köpfe und Herzen der kleinen und großen Zuschauer stiehlt.

Für die Premiere am 6. Juni, 15 Uhr, gibt es noch einige Karten. Sie können unter Telefon 02154/949-132 bestellt werden.

 

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