Festspiel-Verein fordert mehr Engagement gegen sinkende Besucher-Zahlen.

Neersen. Im Jahre 2009 glänzten die Schlossfestspiele noch mit einer Auslastung von 85 Prozent - diese Quote sank in diesem Jahr auf rund 68 Prozent. Trotzdem ging es auf der Mitgliederversammlung des Vereins Festspiele Schloss Neersen entspannt zu.

"Wir können mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein", erklärte der Vorsitzende Hans Kothen. Es gebe jedoch Faktoren, die man nicht beeinflussen könne. Damit meinte er die Fußballeuropameisterschaft und das sehr wechselhafte Wetter während der diesjährigen Festspiel-Zeit. Karl-Heinz Peschgens vermisst Klassiker auf dem Spielplan und rannte damit bei Intendantin Astrid Jacob offene Türen ein.

Die versprach für 2012 eine Shakespeare-Inszenierung. Und sie zeigte sich enttäuscht darüber, dass Klassiker in Neersen verhältnismäßig schlecht ankommen: "Ich habe die unterschiedlichsten Vorschläge gemacht und stets in irritierte Gesichter schauen müssen." Sie gab einen Stoßseufzer von sich: "Leicht ist es nicht, es ist spannend, aber nicht einfach".

Ideen zu Einzugsbereich und Marketing wurden diskutiert

Es gab aber im Verein, ebenso wie im Kulturausschuss, niemanden, der ihre Kompetenz in Frage stellte. Rolf Kirsebauer mahnte, den Einzugsbereich zu vergrößern. Ulrich Mischke hatte Zweifel daran, dass das City-Marketing optimal funktioniert: "Ich bin nicht sicher, ob da die richtigen Profis sitzen."

Dem widersprach Geschäftsbereichsleiter Bernd Hitschler-Schinhofen. Werner Oerschkes regte an dass das Schlossfestspiel-Ensemble durch die Ortsteile zieht und sich und das Programm vorstellt. Immerhin wird es im kommenden Jahr die lange Zeit übliche Vorstellung des Ensembles geben: Doris Thiel, Geschäfsführerin der Schlossfestspiele, nannte sogar schon den Termin: 22. Mai 2011 ab 15 Uhr.

Die Spielzeit 2011 beginnt mit einer Eröffnungspremiere

Auch im Kulturausschuss waren die Schlossfestspiele ein Thema. Aufgrund des Einbruchs bei den Zuschauerzahlen war der Zuschussbedarf in diesem Jahr um rund 50 000 Euro höher ausgefallen. Er liegt bei 199 545 Euro für 2011. Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) befand, dass das ein überschaubares Defizit sei.

Astrid Jacob vermisst ein Schild am Schloss, mit dem auf die Schlossfestspiele hingewiesen wird. Doris Thiel kündigte eine Änderung an: Die Spielzeit 2011 wird nicht wie in den Vorjahren klammheimlich mit dem Kinderstück eröffnet, sondern mit einer Eröffnungspremiere am 18. Juni.

Der Seniorenbeauftraget Charly Röttgen regte Rabatte für bedürftige Senioren an, Renate Tippmann wollte den Bürgerbus zu den Schlossfestspielen fahren lassen: "Da haben die Stadtwerke Krefeld etwas gegen", gab Kothen zu verstehen. Der Kartenvorverkauf für die Spielzeit 2011 beginnt am 1. Dezember.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer