Jazz und Handwerk lockte am Wochenende Besucherströme nach Neersen.

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Jazz und Handwerk Neersen wartete mit vielen interessanten Ständen und entspannter Begleitmusik auf.

Jazz und Handwerk Neersen wartete mit vielen interessanten Ständen und entspannter Begleitmusik auf.

Kurt Lübke

Jazz und Handwerk Neersen wartete mit vielen interessanten Ständen und entspannter Begleitmusik auf.

Neersen. Am Samstag regnete es - schlechte Voraussetzungen für neue Besucherrekorde. Am Sonntag kamen die Besucher jedoch in Scharen zur 19.Auflage von "Jazz & Handwerk" rund ums Neersener Schloss.

49 Stände hatten Interessantes und Abwechslungsreiches zu bieten, und wer Sonntagmittag Appetit auf Bratwurst oder Fritten hatte, musste sich in Geduld üben: Die Schlange der Wartenden war lang.

"Wir haben einen frei": Die Verkehrslotsen informierten sich gegenseitig über Funk, wenn einer der begehrten Parkplätze frei wurde. Der Andrang Sonntagnachmittag war groß und oft ließ sich sogar die Sonne blicken.

"Das ist Musik, die man auch im Vorbeigehen genießen kann"

Matthias Siegers, Organisator

Davon dürfte die Schneidermeisterin Angelika Thielemann aus Havelaue in Brandenburg nicht viel mitbekommen haben: Im Schlosskeller bot sie die traditionellen Erzeugnisse aus ihrer Blaudruckwerkstatt an - alles selbst genäht, gefärbt und gedruckt.

Ein ganz besonderes Outfit hatte auch Sabina Hengstermann aus dem Weserbergland zu bieten: Im Mittelpunkt ihrer Strickwaren, zumeist mit dicken Nadeln produziert, stand ein Hochzeitskleid aus Baumwolle mit Mohair, ein Exemplar, wie geschaffen für die potenzielle Braut von Schäfer Heinrich.

Den passenden Brautstrauß gab’s bei Elisabeth Schumann-Könings und Walter Könings: Aus Keramik gefertigt, kann die florale Pracht so manche Ehe überdauern. Gerd Peter Damm machte an seinem Staudenstand ungetrübte Frühjahrsstimmung aus - von Krise keine Spur. Ärgerlich nur: "Nach dem langen, kalten Winter ist Rosmarin kaum zu kriegen."

Der Vorläufer von "Jazz & Handwerk" war vor 30 Jahren als reine Musikveranstaltung ins Leben gerufen worden. Obwohl längst das Marktgeschehen im Mittelpunkt steht, hatten die Formationen Blue Karma aus Krefeld, das Becky Beckers Quartett aus Neersen und "Seatown Seven" aus Wuppertal genügend interessierte Fans. "Das ist Musik, die man auch im Vorbeigehen genießen kann", freute sich Mitorganisator Matthias Siegers.

Hohes Niveau und faire Preise kommen bei den Leuten an

Was Thomas Gartz erfreut zur Kenntnis genommen hatte: "Viele Besucher lobten das Niveau der Veranstaltung und die fairen Preise - ein Stück Kuchen kostet beispielsweise 1,20 Euro." Auch Schmuckdesigner Christian Nadrau aus Jüchen-Damm war vom Ambiente sehr angetan.

Zu den besonderen Angeboten gehörten die Okarinas - kleine Flöten aus Ton, die Martin Lietsch aus Langgröns-Cleefeld verkaufte. Manuela Grimmer aus Marienberg im Erzgebirge arbeitete vor den Augen der Besucher an einem Kartoffelkorb - der Verkauf lief bei ihr aber eher schleppend. Das war am Flammkuchenstand ganz anders. Hier war fast genauso viel Geduld gefragt wie an der Frittenbude.

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