Am Dienstag drehte sich an der Umweltstation im Neersener Schlosspark alles um das Thema Kräuter.

Erst wurden die Kräuter gewaschen, dann zu Essen verarbeitet.
Erst wurden die Kräuter gewaschen, dann zu Essen verarbeitet.

Erst wurden die Kräuter gewaschen, dann zu Essen verarbeitet.

Reimann

Erst wurden die Kräuter gewaschen, dann zu Essen verarbeitet.

Neersen. "Das ist ein Kraut, das sehr lecker riecht. Kennt es einer von euch?" Mit fragendem Blick schaut Monika Wagner in die Runde. Die neun Kinder, die im Halbkreis um die Leiterin der Eva-Lorenz-Station sitzen, schütteln den Kopf. Wagner erleichtert die Aufgabe. Sie reibt die Blätter zwischen den Fingern und jeder darf einmal riechen. Nasen ziehen sich kraus, voller Konzentration wird der Duft eingeatmet. Auf einmal schnellen Finger in die Höhe. "Das ist Pfefferminze", sagt Annika. Wagner nickt, die Siebenjährige hat Recht. Es handelt sich um die stark riechende Wasserminze.

Früher für die Wunde, heute im Schokoladen-Konfekt

Bei dem nächsten Kraut, das sie im Rahmen einer Ferienaktion für Kinder vorstellte, wird es schwieriger: Den Gundermann kennt nun wirklich keiner. "Er wurde früher auf schlecht heilende Wunden gelegt. Wir nehmen ihn heute und machen ein Schokoladen-Konfekt daraus", verrät Wagner.

Doch zuerst einmal muss gesammelt werden. Die Stationsleiterin unterteilt die neunköpfige Schar in vier Gruppen und verteilt Körbchen sowie Scheren. Zur Kontrolle gibt es noch einen schnellen Kräuterdurchlauf. Wagner hält die vier Pflanzen, die gesammelt werden soll hoch und im Chor schallen ihr die Namen entgegen: Löwenzahn, Pfefferminze, Brennnessel und Gundermann.

Mit der Schere vorsichtig an die oberen Blätter

Im Gänsemarsch geht es von der Umweltstation in den benachbarten Kräutergarten. Niklas (9 Jahre) und Pascal (6) entdecken als erstes eine Brennnessel. Vorsichtig hantiert der Sechsjährige mit der Schere, um die zarten oberen Blätter abzuschneiden. Doch irgendwas stimmt mit der Pflanze nicht. Sie brennt gar nicht. "Das ist keine Brennnessel, sondern eine Taubnessel und die brennt nicht", klärt Wagner auf. Alle machen neugierig den Berührungstest. "Cool, die ist taub", lacht Pascal.

Die richtigen Brenneseln hat derweil Lina (6 Jahre) am Zaun des Kräutergartens entdeckt, während Friedrich (9 Jahre) und die gleichaltrige Antonie auf die Wasserminze gestoßen sind. Kinderhände agieren mit Scheren und die Körbchen werden langsam aber sicher voll. "Schön die zarten Blätter vom Löwenzahn nehmen", gibt Wagner als Tipp an Lukas (9 Jahre) und Luis (6 Jahre) weiter.

Aber nicht nur die Kräuter locken. Helferin Petra Eyckeler hat reife Himbeeren entdeckt. Die roten Früchtchen kommen ebenfalls in die Körbe. Charlotte (8 Jahre) möchte gerne wissen, wie die Pflanze Calendula aussieht, denn diesen Namen hat sie bei dem Kräuterprojekt bekommen. Nun wollen alle wissen, ob es Pflanze mit ihren Namen ebenfalls im Kräutergarten gibt. Luis ist nämlich Luis Lungenkraut und Pascal ist Pascal Petersilie.

Vom Kräutergarten geht es zur Station zurück. Schließlich steht die Weiterverarbeitung der Kräuter an. Duftsäckchen, Kräutersuppe, -limo, -quark, -pfannkuchen und das Gundermannkonfekt warten auf Herstellung.

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