Unmittelbar nach der Geburt soll eine Frau in Willich am Niederrhein ihr Baby mit einem Handtuch erstickt haben. Zum Prozessauftakt wirft ihr Verteidiger der Polizei vor, getrickst zu haben.

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Andreas Bischof

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Krefeld. Weil sie eines ihrer Kinder direkt nach der Geburt mit einem Handtuch erstickt haben soll, steht eine 35-jährige Mutter in Krefeld vor Gericht. Im Polizeiverhör hatte die Frau die Tat gestanden. Ihr Verteidiger beantragte beim Prozessauftakt am Dienstag aber, dieses Geständnis nicht als Beweis zuzulassen. Die Polizisten hätten falsche Obduktionsergebnisse mitgeteilt und den Eindruck erweckt, dass der Junge nachweislich bei der Geburt gelebt habe.

Eine Rechtsmedizinerin sagte aus, dass das Kind wahrscheinlich geatmet habe. Dies sei aber nicht mehr eindeutig feststellbar gewesen. Es sei aber auch nichts gefunden worden, was dagegen spreche, dass das Kind gesund und lebensfähig zur Welt gekommen sei. Die Frau aus Willich soll den Jungen im Juli 2016 zu Hause entbunden haben. Die Babyleiche hat sie laut Anklage nach der Tat in einer Plastiktüte tagelang in der Wohnung in einem Schrank versteckt. Das Gericht hat für den Fall vier Verhandlungstage eingeplant. Der Vater tritt im Prozess als Nebenkläger auf. (dpa)

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