Ein 33-Jähriger soll sich in Willich über Jahre an einem Jungen vergangen haben.

Willich. Trainer oder Lehrer haben oft enge Beziehungen zu ihren Schützlingen. Genau das soll ein 33-jähriger Duisburger ausgenutzt und einen Jungen insgesamt 28 Mal sexuell missbraucht haben. Am Donnerstag wurde am Landgericht Krefeld die Verhandlung gegen den Mann eröffnet. Von November 1999 bis Dezember 2004 soll sich der Angeklagte an einem Jungen vergangen haben, der zu Beginn der Taten acht Jahre alt war.

Der Angeklagte war der Fußballtrainer und später der Nachhilfelehrer des Jungen. 1999 war er selbst mit 18 Jahren noch ein Heranwachsender und lebte bei seinen Eltern in Willich. Nach dem Fußballtraining soll er den Jungen mit zu sich nach Hause genommen und sich mit ihm nach der Sportschau Sexfilme angeschaut haben. Dabei soll es zu den ersten Missbrauchstaten gekommen sein.

Im Laufe der Zeit kam es offenbar zu regelmäßigen Besuchen des Jungen und zu sexuellen Übergriffen. Später hat der heute 33-Jährige seinem mutmaßlichen Opfer bis zu dreimal die Woche Nachhilfe in Englisch geben. Auch das soll er laut Anklage für sexuelle Übergriffe genutzt haben.

Als ein Familienmitglied des Jungen im Ausland war, soll der Duisburger die vermeintliche Nachhilfe sogar intensiviert haben, mit dem Vorwand, dass der Junge dann einen englischsprachigen Brief schreiben könne.

Seine Aussage machte der Mann jetzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sein Verteidiger hatte zuvor angekündigt, dass er sich umfassend äußern wolle. Weil dabei auch Dinge aus der persönlichsten Intimsphäre zur Sprache kommen sollten, gab das Gericht dem Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Mann habe im Wesentlichen gestanden, sagte anschließend die Gerichtssprecherin.

Mit im Saal war auch das mutmaßliche Opfer. Der Mann ist heute 22 Jahre alt , nimmt als Nebenkläger am Verfahren teil und hat ebenfalls ausgesagt. Der Prozess wird fortgesetzt. Das Urteil ist für den 30. Januar geplant.

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