Mit Leister Düsseldorf kommt ein internationaler Messebauer nach Münchheide. Der neue Firmensitz soll der Kundschaft die ganze Bandbreite von Leister vorführen.

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Firmenchef Tim Leister mit Arbeitsmodellen von Messeständen. Das Düsseldorfer Unternehmen zieht nach Willich.

Firmenchef Tim Leister mit Arbeitsmodellen von Messeständen. Das Düsseldorfer Unternehmen zieht nach Willich.

Stefan Arend

Firmenchef Tim Leister mit Arbeitsmodellen von Messeständen. Das Düsseldorfer Unternehmen zieht nach Willich.

Willich. Leister Düsseldorf - im Messebau hat dieser Name seit mehr als 50 Jahren einen guten Klang. Ob Berlin, Paris, Peking oder San Francisco - das Unternehmen mit Sitz im Stadtteil Heerdt ist auf den großen Ausstellungen rund um den Globus zuhause.

Demnächst wird sich die internationale Kundschaft aber an eine neue Firmenadresse gewöhnen müssen: Im Willicher Gewerbegebiet Münchheide IV hat Leister ein 13.500 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. Bis Ende 2010 soll der Umzug hierher abgeschlossen sein.

Warum zieht ein Messebauer vom Messe-Standort Düsseldorf in die niederrheinische Provinz? Tim Leister (39), der gemeinsam mit seiner Schwester Susanne Leister-Krawietz die Firma führt, kann über diese Frage nur lächeln: "Zur Düsseldorfer Messe und zum Flughafen ist es in Zukunft erheblich kürzer."

Der Standort sei also ideal, auch Platz habe man in Willich genug, um ein "Gebäude mit Philosophie" zu errichten: Eine innovative Architektur soll es haben, Aufmerksamkeit erregen, gleichzeitig aber auch kosteneffektiv gebaut werden.

Zukunftsträchtig wird es zudem mit Geothermie und Photovoltaik-Technik ausgestattet. Kurz: Der neue Firmensitz soll der Kundschaft die ganze Bandbreite von Leister vorführen.

Die Ingenieure und Designer schneidern das neue Projekt selbst

So merkwürdig es klingen mag: Die Wirtschaftskrise kommt dem Unternehmen im Moment ganz gelegen. Im ohnehin schwankenden Messegeschäft haben die 25 Mitarbeiter jetzt mehr Zeit, sich mit der Planung von Büro- und Hallentrakt zu beschäftigen. Für solche Arbeiten benötigt Leister nämlich keine fremde Hilfe: Es sind genügend Ingenieure und Designer im Haus, um dieses maßgeschneiderte Projekt selbst verwirklichen zu können.

Tim Leister nennt einen weiteren Vorteil, gerade jetzt zu investieren: Man komme günstig an Geld. "Das ist also die effektivste Zeit für uns", verdeutlicht er. Und wenn die weltweite Wirtschaft dann wieder so richtig in Schwung kommt - und davon ist er fest überzeugt - kann "Leister International" vom neuen Firmensitz aus passendes Ausstellungs-Design für alte und neue Kunden entwerfen.

"Wir sind ein Planungsbüro, das mit weltweiten Partnern zusammenarbeiten", verrät Tim Leister. Etwa ein halbes Jahr kann es dauern, einen 500 Quadratmeter großen Messestand, der nur fünf Tage stehen bleibt, zu entwerfen und zu bauen. Bis zu 90 Leute arbeiten in der Hochsaison (Leitmessen wie die Cebit und die Funkausstellung sind im Frühjahr und Herbst) für Leister.

Am neuen Standort wird die Firma über ein großes Lager verfügen, aber auch über genügend Platz, um Messestände probeweise aufbauen zu können. "Das lohnt sich. Denn wenn ein Kunde erst in Shanghai feststellt, dass ihm die sechs Meter hohen, bedruckten Stoffbahnen nicht gefallen, ist es schwierig, dort schnell für Ersatz zu sorgen", erläutert der Geschäftsführer.

In Münchheide will und kann das Unternehmen weiter wachsen. Noch in diesem Monat ist Grundsteinlegung, Ende August soll das Lager schon umziehen. An die neue Firmenadresse hat Tim Leister sich bereits gewöhnt: "Leister Will-ich - klingt doch auch nicht schlecht."

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