Der Willicher Volker Heyer ist mit 45 Jahren Deutscher Meister geworden. Die Herausforderung hatte ihn gereizt.

Kraftsport
Um im Wettbewerb bestehen zu können, musste Volker Heyer (M.) Krafttraining und Ernährungsumstellung konsequent durchhalten. Dazu trainierte Karin Schaadt (l.) mit ihm die Bewegungschoreographie für die Kür. Rechts der sportliche Leiter der Halle 22, Thomas Mathes.

Um im Wettbewerb bestehen zu können, musste Volker Heyer (M.) Krafttraining und Ernährungsumstellung konsequent durchhalten. Dazu trainierte Karin Schaadt (l.) mit ihm die Bewegungschoreographie für die Kür. Rechts der sportliche Leiter der Halle 22, Thomas Mathes.

DJM

Um im Wettbewerb bestehen zu können, musste Volker Heyer (M.) Krafttraining und Ernährungsumstellung konsequent durchhalten. Dazu trainierte Karin Schaadt (l.) mit ihm die Bewegungschoreographie für die Kür. Rechts der sportliche Leiter der Halle 22, Thomas Mathes.

Willich. Bodybuilding – das bedeutet für den Willicher Volker Heyer mehr als nur Muskeln: Der 45-Jährige ist Deutscher Meister bei den Classic Masters und hat damit zwölf Jahre nach seinem Sieg als „Newcomer Landesmeister Schwergewicht“ seinen zweiten Titel geholt.

„Ich wollte einfach wissen, ob ich es in meinem Alter noch einmal schaffe, mich konsequent auf einen Wettbewerb vorzubereiten“, schildert Heyer. Dazu gehört neben dem gezielten Training der Muskelpartien auch ein begleitendes Ernährungskonzept, das es in sich hat.

Wochenlang hat er Zucker und einfache Kohlenhydrate wie Nudeln, Weißbrot oder Kartoffeln von der Speiseliste gestrichen, dafür hat er sich überwiegend von Fisch, Huhn, Reis und konzentriertem Eiweiß ernährt – auf die Dauer etwas eintönig im Geschmack.

„Ich wollte wissen, ob ich es in meinem Alter noch einmal schaffe, mich konsequent auf einen Wettbewerb vorzubereiten.“

Volker Heyer, Bodybuilder

Wichtig auch: regelmäßig acht Stunden Schlaf. „Bodybuilding ist ein Leistungssport, bei dem der Körper über das Training und die Diät möglichst genau auf den einen Tag des Wettbewerbs vorbereitet wird“, erklärt Thomas Mathes, Leiter des Fitnessstudios Halle 22. Hier hat Volker Heyer in der Vorbereitungszeit intensiv trainiert.

Allerdings – ihm ging es nicht nur um das Thema Muskelaufbau, erklärt der Bodybuilder: Als er sich 2000 auf seinen ersten Wettbewerb vorbereitet hatte, habe das sein Leben völlig verändert: „Damals habe ich meinen Beruf geändert und wurde Kommunikationstrainer und Fitnessfachwirt.“ Als er dann im Frühjahr 2012 einen Wettbewerb beobachtete, habe ihn die Herausforderung gereizt.

Sieben Grundposen plus eine Kür mit Musik

Als „Vater des Bodybuilding“ gilt der 1897 in Ostpreußen geborene Friedrich Wilhelm Müller. Er trat unter dem Namen Eugen Sandow auf und veranstaltete „muscle display-Shows“, bei denen er unter anderem Pferde stemmte.

Der erste von Sandow organisiert Bodybuilding-Wettbewerb fand 1901 in London statt. Der Ort Sandow in Texas ist nach ihm benannt, weil Sandow von Florenz Ziegfeld, einem amerikanischen Theater- und Showproduzenten (Ziegfeld Follies), gefördert wurde.

Der sicher bekannteste Bodybuilder aller Zeiten ist der aus Österreich stammende Arnold Schwarzenegger. Der mehrfache Mr. Universum machte später als Schauspieler und Politiker (Gouverneur von Kalifornien) Karriere.

„Klar ist das extrem, aber andere gehen den Jakobsweg, einfach um zu wissen, ob sie es durchhalten“ – so setzt Heyer sein Ziel in Relation zu Ambitionen anderer Menschen. Im Wettbewerb wird auch bewertet, wie Muskelbewegung und -darstellung zur Musik passen: Er besteht aus einer gemeinschaftlichen Darstellung aller Athleten in sieben Grundposen und einer Posing-Kür jedes einzelnen Teilnehmers zu einer von ihm gewählten Musik.

Damit Melodie und Bewegungen harmonisierten, wurde Volker Heyer von Karin Schaadt gecoacht. Sie beschäftigt sich seit Jahren damit. „Ich war Turnerin mit Ballett und Tanz, und mir ist aufgefallen, dass die meisten Bodybuilder die Übergänge nicht gut hinbekommen. Deswegen habe ich mit Volker Musik geübt“, schildert sie.

Dieses Darstellungstraining, die gezielte Bewegung und Körperhaltung hilft Heyer auch in seinem Beruf als Kommunikations- und Verkaufstrainer weiter, meint er: „Wenn du in den Posingshorts vor Hunderten von Leuten stehst, schaffst du alles andere.“ Er sei heute noch glücklich darüber, dass es ihm gelungen sei, den ersten Platz zu holen – auch wenn sich sein Körper einige Wochen nach dem punktgenauen Training schon wieder verändert hat: Jetzt isst Heyer wieder „normal“. Das hat die optimale Bodybuilding-Wettbewerbsfigur verändert: Man sieht jetzt „nur noch“ einen durch und durch sportlich trainierten Volker.

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