Bernd-Dieter Röhrscheid, seit 1978 Lehrer für Sport und Sozialwissenschaften am St. Bernhard, ist seit heute offiziell Pensionär.

Bernd-Dieter Röhrscheid (Mitte), an seinem letzten offiziellen Arbeitstag als Lehrer, eingerahmt von langjährigen und vertrauten Wegbegleitern am St. Bernhard: Hajo Speen, Klaus Mond, Johannes Schmitz und Lothar Prystav (v.l.).
Bernd-Dieter Röhrscheid (Mitte), an seinem letzten offiziellen Arbeitstag als Lehrer, eingerahmt von langjährigen und vertrauten Wegbegleitern am St. Bernhard: Hajo Speen, Klaus Mond, Johannes Schmitz und Lothar Prystav (v.l.).

Bernd-Dieter Röhrscheid (Mitte), an seinem letzten offiziellen Arbeitstag als Lehrer, eingerahmt von langjährigen und vertrauten Wegbegleitern am St. Bernhard: Hajo Speen, Klaus Mond, Johannes Schmitz und Lothar Prystav (v.l.).

Ein Foto aus den 80er Jahren: Junglehrer Bernd-Dieter Röhrscheid macht sich im Biogarten des St. Bernhard-Gymnasiums nützlich. „Den gab es aber leider nur zwei Jahre lang, weil die Erntezeit immer in den Sommerferien lag“, erinnert Röhrscheid sich.

Lübke, Bild 1 von 2

Bernd-Dieter Röhrscheid (Mitte), an seinem letzten offiziellen Arbeitstag als Lehrer, eingerahmt von langjährigen und vertrauten Wegbegleitern am St. Bernhard: Hajo Speen, Klaus Mond, Johannes Schmitz und Lothar Prystav (v.l.).

Schiefbahn. Als sie 1982 als Sekretärin ans St. Bernhard kam, war er schon da, der junge Lehrer für Sport und Sozialwissenschaften. Seit 30 Jahren kennt Gerlinde Tilgner, die Frau aus dem Vorzimmer, Bernd-Dieter Röhrscheid, den Mann aus dem Lehrerzimmer. Jetzt trennen sich ihre Dienst-Wege. Gestern hatte Bernd-Dieter Röhrscheid seinen letzten Tag als Fulltime-Lehrer. Ab heute ist er offiziell Pensionär.

Gerlinde Tilgner muss nicht lange überlegen – zu Röhrscheid fällt ihr viel Gutes ein: „Er ist liebenswürdig, hilfsbereit, immer gut gelaunt und aufbauend.“ Da er nun noch den aktuellen Abiturjahrgang bis zu den Prüfungen begleitet, „werden die Tränen erst im Sommer fließen“, sagt sie.

Letzter Arbeitstag ist für viele Thema des Schultages

Es klingelt zur Pause. In der Cafeteria im Souterrain versammeln sich die St. Bernhard-Lehrer um die Kaffeemaschine. Röhrscheids Letzter ist für viele Thema des Tages. „Ich kann das gar nicht begreifen, dass der Bursche schon die Fliege macht“, sagt Lothar Prystav, seit 35 Jahren Kollege und Freund.

„Wir haben 33 Jahren lang im Lehrerzimmer nebeneinandergesessen, sogar unsere Silberne Hochzeit gefeiert“, grinst Klaus Mond. Er schätzt den bodenständigen Humor des Freundes. Um die Post, die sich in all den Jahren in Röhrscheids Fach und auf seinem Tisch türmte, weil er als Verantwortlicher für Betriebspraktika und Berufsorientierung oft angeschrieben wurde, hat Mond ihn nie beneidet.

Politisches Engagement kam auch der Schule zugute

„Der klopft einem immer auf die Schulter“, sagt Hajo Speen, dem die freundschaftlich-kollegiale Geste fehlen wird. Prystav betont, dass Röhrscheid „politisch immer bestens informiert ist“. Johannes Schmitz, seit 1977 Bernhardiner und mittlerweile stellvertretender Schulleiter, nickt zustimmend:

Bernd-Dieter Röhrscheid, geb. 1946 in Kassel, ging nach seiner Lehre zum Starkstromelektriker zur Bundeswehr, wurde dort Ausbilder. In der Zeit entschied er sich, Lehrer statt Ingenieur zu werden. Er holte zwischen ’69 und ’71 sein Abitur nach und studierte anschließend in Bochum (Sport, Sozialwissenschaften, Germanistik). Seine Referendarzeit machte er am St. Bernhard. Seit 1979 ist er dort Lehrer. 1988 wurde Röhrscheid Oberstudienrat, 1995 Studiendirektor. Er betreute die Studien- und Berufswahl-Orientierung, die Betriebspraktika und die sportliche Koordination.

„Der Kollege hat uns gern in politische Diskussionen verwickelt. Das war immer interessant, gerade dann, wenn man nicht derselben Meinung war.“ Dass das politische und gesellschaftliche Engagement des SPD-Ratsherrn Röhrscheid der Schule zugute gekommen ist, da ist sich die Kollegenrunde einig. Prystav: „Für mich war es stets faszinierend, wie ungeheuer aktiv Bernd an unheimlich vielen Stellen war.“

Ein guter Draht zu Schülern war Röhrscheid wichtig: „In den letzten Jahren habe ich, ehrlich gesagt, lieber mit Oberstufen- als mit jüngeren Schülern gearbeitet“, sagt er. „Auf die Jüngeren wirkte ich wohl zu akademisch, eher wie der strenge Professor als wie der liebe Lehrer.“ Gegen diese „Verschleißerscheinung“ hat er sich aber gestemmt.

Schule und Schülern bleibt Röhrscheid erhalten. Die AG Stolpersteine führt er weiter. Er denkt an einen Kooperationsvertrag zwischen dem St. Bernhard und dem Stadtarchiv. Auch als stellvertretender Archivar des Heimat- und Geschichtsvereins will Röhrscheid Generationen verbinden. Er hat also zu tun.

Das beruhigt wohl auch seine Frau, die ihn schon danach gefragt hat, wie er künftig seine Tage strukturiert: „Ich musste ihr nur versprechen, bloß nicht zu kochen.“

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