Obst, Gemüse und Getreide leiden unter der Kälte. Allerdings läuft es bei den Erdbeeren im Tunnel super.

Obst, Gemüse und Getreide leiden unter der Kälte. Allerdings läuft es bei den Erdbeeren im Tunnel super.
Landwirt Thomas Heyes spritzt auf einem seiner Felder gegen Unkraut.

Landwirt Thomas Heyes spritzt auf einem seiner Felder gegen Unkraut.

Friedhelm Reimann

Landwirt Thomas Heyes spritzt auf einem seiner Felder gegen Unkraut.

Willich. Landwirte und Obstbauern haben momentan ein Problem mit sechs Buchstaben: Wetter. „Es ist viel zu kalt für diese Jahreszeit“, stöhnt Theo Heyes. Deshalb frieren nicht nur die Menschen, sondern auch einige „Schützlinge“ des Willicher Ortslandwirts: Das Getreide leidet unter Kältestress.

„Nach dem milden Winter war das Wachstum schon sehr weit. Und jetzt werden die Spitzen der Pflanzen gelb“, berichtet Heyes. Frostschäden gebe es auch an den frühen Kartoffeln. Ganz so tragisch sei das bisher aber noch nicht, sofern es denn in Kürze eine Wetteränderung gibt.

Die ersten Blattläuse sind auch schon da

Die Kartoffelreihen stehen auf jeden Fall gut, in diesen Tagen wird gegen Unkräuter und Pilzbefall gespritzt. Und trotz Kälte seien auch schon die ersten Blattläuse da, verrät Theo Heyes.

Auf dem Hof seines Namensvetters Georg Heyes in Schiefbahn wird Spargel angebaut. Wie bekommt dem weißen Gemüse das kalte Wetter? „Er wächst. Aber die Erträge sind kleiner“, heißt es von einer Mitarbeiterin des Betriebes. Die Preise habe man trotzdem nicht angehoben: Elf Euro kostet das Kilo.

Die Obstbauern fürchten in diesen Tagen die frostigen Nächste besonders. Denn die frühen Apfelsorten treiben die ersten Blüten aus. „Von Donnerstag auf Freitag soll es sehr kalt werden, da werden wir beregnen müssen“, sagt Frank Mertens vom gleichnamigen Obsthof in Wekeln. In feinen Nebeln wird das Wasser über die Felder gespritzt. Es legt sich um die Blüten, gefriert und sorgt so für ein wenig Wärme im Innern. Die Blüte wird dadurch geschützt.

Bei den Erdbeeren unter Tunneln laufe alles super. „Darunter sind es 20 Grad. Wir pflücken wie die Geisteskranken“, sagt Mertens mit einem Grinsen. Zehn Hektar mit einer frühen Sorte der roten Früchte hat er allerdings unter Folien, was im Augenblick besonders viel Arbeit mit sich bringt: Um die Erdbeerblüten vor Nachtfrost zu schützten, werden sie abends abgedeckt. Morgens kommt die Folie aber wieder runter, damit Hummeln und Bienen das Bestäuben übernehmen können. Die späten Sorten hinken im Wachstum dagegen noch hinterher. „Wenn es regnet und die Temperatur wieder auf 15 bis 20 Grad kletter, holen sie das aber schnell wieder auf.“

Keine Probleme gab es bei der Pflaumenblüte: „Alles gut gegangen“, berichtet Mertens. Und den Himbeeren geht es wie den späten Erdbeeren: Sie warten noch auf warmes Wetter. Was man ja gut nachvollziehen kann.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer