Zwei Studenten der Kunstakademie in Düsseldorf zeigen ihre Werke in Neersen.

Daniel Struzyna und Mevlana Lipp (v.l.) mit zwei roten Helmen aus der Ausstellung.
Daniel Struzyna und Mevlana Lipp (v.l.) mit zwei roten Helmen aus der Ausstellung.

Daniel Struzyna und Mevlana Lipp (v.l.) mit zwei roten Helmen aus der Ausstellung.

Friedhelm Reimann

Daniel Struzyna und Mevlana Lipp (v.l.) mit zwei roten Helmen aus der Ausstellung.

Neersen. Dass Künstler gemeinsam ausstellen, ist nichts Besonderes. Dass sie die Exponate gemeinschaftlich geschaffen haben, ist allerdings alles andere als alltäglich. Die Kombination aus einem Film zum Sehen und Versatzstücken aus diesem Streifen zum Anfassen hat Seltenheitswert. Mevlana Lipp und Daniel Struzyna zeigen in der Galerie Schloss Neersen solch ein Gesamtkunstwerk.

Die Kunstausstellung heißt „Hole“, also „Loch“. Und dieses Loch ist auch als Exponat zu sehen. Diese Öffnung im Wald ist der Eingang zu einer unterirdischen Welt, in die der Betrachter des Filmes entführt wird.

In ihrem Filmprojekt konnten sie alle Register ziehen

Wie es dazu gekommen war? Nun, Daniel Struzyna (28) und sein Kommilitone an der Düsseldorfer Kunstakademie, Mevlana Lipp (23), war die Bildhauerei nicht genug. In ihrem zweiten gemeinsamen Filmprojekt konnten sie alle Register ziehen:

Egal, ob Musik, Kostüme, die phantasievollen Requisiten wie den alten Rennwagen oder Kameraführung: Alles hat das Künstlerduo eigenhändig geschaffen. Es bewies zugleich großes handwerkliches Geschick, wie besonders ein an eine Beinprothese erinnernde Konstruktion zeigt.

Der 25-minütige Film kommt ganz ohne Sprache aus, die Musik ist dafür umso facettenreicher. Einen klassischen Kunstfilm wollten die Kunststudenten bewusst nicht zeigen. In zum Teil futuristischer Umgebung ist eine Parallelwelt entstanden, die sie dem Betrachter näherbringen wollen. Und es gibt sogar so etwas wie einen roten Faden: Zwei Figuren, die voneinander angezogen werden.

Die Ausstellung ist bis zum 17. Februar geöffnet, und zwar mittwochs bis freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Am 7. Februar bleibt die Ausstellung geschlossen.

Die ersten Minuten des Films verbringen sie im Wald, später sind dann verschiedene fiktive Räume die Drehorte. Die beiden Charaktere stoßen auf andere Figuren, die sich unter anderem durch fantasievolle Kostüme in das Gedächtnis der Zuschauer einbrennen. Einige dieser Kostüme sind jetzt in der zweigeteilten Galerie – einen Teil bildet ein Kino, der andere ist mit Exponaten aus dem Film bestückt – zu sehen, ebenso wie der Rennwagen sowie Fotos aus dem Film.

Das Unheimliche hat seinen Platz, aber der Film wirkt trotzdem nicht bedrückend, er erzeugt vielmehr ein Wechselspiel der Gefühle. Die Zusammenarbeit verlief harmonisch und Daniel Struzyna weiß auch, warum: „Uns sind dieselben Dinge wichtig – es passt einfach.“

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