Bilder des isländischen Künstlers Jón Thor Gíslasonsind noch bis Ende des Monats im Neersener Kulturforum zu sehen.

Ausstellung
Jón Thor Gíslason zeigt Bilder im Neersener Kulturforum.

Jón Thor Gíslason zeigt Bilder im Neersener Kulturforum.

Kurt Lübke

Jón Thor Gíslason zeigt Bilder im Neersener Kulturforum.

Neersen. Jón Thor Gíslason ist ein kreatives Multitalent. Der 54-jährige Isländer war in seiner Heimat Pop- und Rockmusiker, trat drei bis vier Mal die Woche auf. Außerdem veröffentlichte er Kurzgeschichten. Darüber hinaus studierte er Kunst in Stuttgart, Cuxhaven und Düsseldorf. Eine Auswahl seiner Bilder ist ab Sonntag im Kulturforum von Wolfgang Boochs an der Pappelallee in Neersen zu sehen.

1989 hatte Jón Thor Gíslason genug von seiner Heimatinsel, er war reif fürs Festland, kam nach Deutschland. Er lebt und arbeitet seit 1997 in Düsseldorf. In seinen Bildern findet man Spuren seiner Gedanken und seiner Herkunft, alles hat seinen Sinn. Der Isländer zeigt jetzt hauptsächlich Acrylarbeiten, aber auch einige Aquarelle, Kaltnadelradierungen sowie ein Ölbild.

Den Maler interessiert die Psyche des Menschen, mit Höhen und Tiefen, Freude und Schmerz. Mitunter ist er auch gesellschaftskritisch, nicht selten ironisch-verbrämt. Was auf den ersten Blick auffällt, sind die knalligen Textmarker-Farben. Sie wirken wie eine Warnung. Der Mensch steht im Mittelpunkt, meistens handelt es sich um Frauen, oft um Mädchen. Sie wirken oft ein wenig orientierungs- und hilflos. Die reiche Ornamentik, die die Hintergründe seiner Bilder prägt, kann als Zeichen der Oberflächlichkeit gedeutet werden. Goldtöne spiegeln gewisse religiöse Einflüsse wider. Und sie stellen eine vage Anlehung an den Rubens-Stil dar, der den Künstler fasziniert.

Die Figuren symbolisieren eine Nebenwelt

Die Figuren von Gíslason sind recht abstrakt, haben oftmals keine Gesichter. Wohl deshalb strahlen sie etwas Unwirkliches, Märchenhaftes aus. In diesem Zusammenhang muss man wissen, dass in Island der Elfenglaube quer durch die Gesellschaft stark verbreitet ist. Diese Nebenwelt kommt in den Bildern ebenso zum Ausdruck wie der raue Charme dieses bei aller Kargheit beeindruckenden Landes: mal unheimlich schön, mal nur unheimlich.

Die kleinformatigen Aquarelle sind weniger farbintensiv als die Acrylarbeiten. Die Ausstellung ist bis einschlieißlich 27. November zu sehen, und zwar jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer