Zum Jahreswechsel blieben die Katastrophen aus. Allerdings waren Einbrecher auf großer Tour im Kreis.

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Wer die Gläser nur eine halbe Stunde vor Mitternacht nach draußen gebracht hatte, durfte Sekt mit Schnee trinken.

Wer die Gläser nur eine halbe Stunde vor Mitternacht nach draußen gebracht hatte, durfte Sekt mit Schnee trinken.

Heike Ahlen

Wer die Gläser nur eine halbe Stunde vor Mitternacht nach draußen gebracht hatte, durfte Sekt mit Schnee trinken.

Kreis Viersen. Es gab keine Raketen, die in Dachstühlen landeten und sie in Brand setzten. Lediglich der Löschzug Vorst musste um 0.10 Uhr ausrücken. Auf einem Bauernhof an der Eichenstraße brannte Abdeckmaterial auf einem 200-Liter-Fass. Die Anwohner, die das Feuer bemerkt hatten, hatten sofort nach der Alarmierung mit den Löscharbeiten begonnen. Als die Wehr mit fünf Fahrzeugen und 23 Mann eintraf, war das Feuer schon so gut wie gelöscht. Schon um 0.45 Uhr konnten die Wehrleute wieder abrücken und sich wieder ihren Silvesterfeierlichkeiten widmen.

Es gab auch keine Feuerwerkskörper, die Jugendliche bei unsachgemäßen Umgang damit schwer verletzen. Keine Randale nach übermäßigem Blick ins Glas. Der Eisregen am Silvesternachmittag, der am späten Abend einsetzende Schneefall - sie verursachen keine besonderen Vorkommnisse auf den Straßen. Ein paar kleinere Blechschäden in den verschiedensten Orten des Kreises, ein paar vom Auto "geküsste" Laternen, keine Verletzten. "Es war eine ruhige Nacht", heißt es in der Leitstelle der Polizei, kaum jemand sei mit dem Auto unterwegs gewesen.

Sehr wohl unterwegs waren aber die Langfinger. Die bisher bei der Polizei eingegangenen Meldungen stammen aus Viersen und Willich. Da Diebe, die sich gezielt einen solchen Tag aussuchen, Wert darauf legen, dass niemand zu Hause ist, kann es auch sein, dass weitere Taten erst auffallen, wenn Menschen, die länger in Urlaub sind, zurückkehren.

Insgesamt neun Einbrüche in der Zeit zwischen dem Silvestermorgen um 10 Uhr und dem Neujahrsmorgen um 10.30 Uhr sind protokolliert. Bei einem Vereinsheim an der Martin-Rieffert-Straße in Willich nutzten die Einbrecher den dunklen Silvesternachmittag, brachen einen Spielautomaten auf und stahlen Hartgeld. Von der Gartenseite her gelangten die Täter in ein Reiheneckhaus am Schiefbahner Kastanienweg. Hier ist die Verwüstung so groß, dass noch nicht feststeht, ob und wenn ja was gestohlen wurde.

Diebe durchsuchten auch das Kinderzimmer

In Neersen suchten die Einbrecher gleich drei Häuser heim: Zwei davon an der Straße Am Bruch, beide Male kamen die Täter nach ersten Erkenntnissen über die Rückseite mit einer Leiter. Schmuck, eine Digitalkamera und ein Laptop wurden hier ihre Beute. An der Kleinbruchstraße hielt die Terrassentür des ausgesuchten Hauses stand, die Täter brachen stattdessen ein Fenster auf. Hier steht die Beute noch nicht fest.

In Viersen traf es ein Haus an der Mühlenstraße, wo die Diebe, nachdem sie alles durchwühlt hatten, im Kinderzimmer 80 Euro fanden und mitnahmen. In einem Haus am Hoserend wurde ebenfalls kräftig gewühlt, die mögliche Beute steht noch nicht fest. Am Dammweg erbeuteten die Einbrecher einige hundert Euro, nachdem sie ein Fenster aufgehebelt hatten.

Bei einem Einbruch am Nethakshof in Bockert ist die Zeit genauer einzugrenzen. Gegen 20.20 Uhr am Silvesterabend sah eine Nachbarin nach dem Rechten. Die Täter, die auch hier alles durchwühlt und sich an einem fest eingebauten Tresor versucht hatten, flüchteten durch die Terrassentür. Obwohl die Polizei sofort eine Fahndung einleitete, blieben die Täter unerkannt.

Da Einbrecher gezielt die Urlaubszeit und Tage, an denen naturgemäß viele Menschen außer Haus feiern, für ihre Diebes-Touren aussuchen, rät das Kommissariat Vorbeugung, ein verlassenes Haus durch wechselnde Beleuchtung bewohnt aussehen zu lassen und geeignete Sicherungssysteme an Fenstern und Türen anzubringen. Wer Beratung wünscht, kann sich unter Telefon 02162/377-0 mit dem Kommissariat Vorbeugung in Verbindung setzen.

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