Nachgehakt: Im Sommer soll Baubeginn im Stahlwerk Becker sein. An den Räumen im Wasserturm gibt es großes Interesse.

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Das Modell zeigt, wie der Komplex nach dem Umbau aussehen soll.

Das Modell zeigt, wie der Komplex nach dem Umbau aussehen soll.

Das Modell zeigt, wie der Komplex nach dem Umbau aussehen soll.

Willich. Lange war nichts vom Umbau des Wasserturms im Stahlwerk Becker zu hören. Ende 2007 hatte die W. Paschertz Grundstücks GmbH den unter Denkmalschutz stehenden Turm gekauft. "Wir haben die Planungen und Baugenehmigungen jetzt soweit fertig gestellt, dass wir Interessenten die Exposés für den Komplex Ende Januar zur Verfügung stellen können." Das erklärt Christian Paschertz (Foto), Geschäftsführer der GmbH, zum Stand der Arbeiten.

Der Willicher Alfred Gleuel hat die Statik erstellt. "Nachdem die Genehmigungen der Denkmalschutzbehörde und der Stadt vorlagen, hat Professor Peter Jahnen, der den städtebaulichen Entwurf im Auftrag der Stadt Willich für das ganze Stahlwerk Becker entwickelt hat, für unseren Bereich die Werkplanung übernommen", erläutert Christian Paschertz. "Es gibt schon viel Interesse an den Räumen, für 70 Prozent der Flächen laufen schon Gespräche." Zu den Interessenten gehören Steuerberater, ein Architekturbüro, ein Fotograf und eine Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Zeitplan: Baubeginn soll im Sommer sein, Fertigstellung bis Frühjahr 2010. Interessant für die Mieter dürfte das energetische Konzept sein, das Paschertz mit der Mönchengladbacher Firma Kupke Haustechnik erarbeitet hat.

Die Fensterflächen sorgen für jede Menge Wärme

Die Herausforderung sei die Kühlung, so Diplom-Ingenieur Volker Kupke, weil die großen Fensterflächen im Turm und im Bürogebäude viel Wärme verursachen. Er kombiniert daher rund 100Quadratmeter Solarthermie-Fläche am Versorgungsturm mit zwei Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW). Über die in den Sonnenkollektoren aufgenommene Wärme und eine "Absorptionskältemaschine" wird im Sommer Kälte erzeugt. Wenn mehr Kühlung notwendig ist, wird die Energie der BHKWs eingesetzt.

Im Winter wird die vorhandene Solarenergie mit Strom/Wärme aus den BHKWs für die Heizung und die Stromversorgung gekoppelt. Der Neubau erhält eine Be- und Entlüftungsanlage, aber "die Luft wird nicht klimatisiert, sondern es wird eine vernünftige Luft- und damit Arbeitsqualität realisiert", so Kupke.

Im alten Wasserturm wird die Heizung und Kühlung voraussichtlich über die Deckenflächen abgewickelt. "Insgesamt ist das ein ziemlich innovatives Konzept, das es noch nicht oft in Deutschland gibt", betont Kupke.

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