Das muss man erstmal sacken lassen: Weder die Tatsache, dass Gläubige und Amtsträger nach einem möglichen Vorleben von Pfarrer Kerkhoff fragen, noch, dass sich die südafrikanischen Behörden dafür interessieren - beides hat nicht dazu beigetragen, dass das Bistum Aachen tätig geworden ist. Erst als Journalisten begannen, zu recherchieren und eine private Initiative gegen sexuellen Missbrauchs das Thema öffentlich machte, reagierte Aachen. Mit einer plumpen Warnung vor der Initiative.

Gibt’s bis jetzt Erkenntnisse? Ja, man müsse von der Unschuldsvermutung ausgehen, lautet der flügellahme Satz in einer Erklärung, die Bischof Mussinghoff verbreiten ließ. Was ist mit Hinweisen, dass der Geistliche Kinder und Jugendliche mit in die heimische Sauna nahm? Dass hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde? Auch im Kreise der Amtsbrüder.

Kann denn die bistums-typische Mischung aus Weggucken und Nicht-wissen-wollen wirklich die Begründung dafür sein, nichts zu tun? Soll die Mauer des Schweigens einfach stehen bleiben, als sei sie schon immer da gewesen? Fragen über Fragen. Denen sich das Bistum nicht stellt, offenkundig auch nicht stellen will. Stattdessen wird die Angelegenheit auf eine externe Kommission verlagert, die sich nun kümmern soll.

Was kann dabei heraus kommen? Wohl nichts. Die Gläubigen müssen den Eindruck bekommen, dass niemandem an einer Klärung gelegen ist. Das Bild, das das Bistum abgibt, ist das gleiche wie bei vielen Personalfragen: Es ist einfach nur katastrophal.

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