Noch hofft man auf Fördermittel. Rund 2000 Haushalte in Anrath sind betroffen.

Anrath. Das Fremdwassersanierungskonzept für Anrath stand jetzt im Mittelpunkt der Beratungen im Planungs- und Verkehrsausschuss. Um es vorwegzunehmen: Es wurde noch keine Entscheidung getroffen, weil die CDU-Fraktion weiteren Beratungsbedarf reklamierte. Über das Konzept soll aber in der November-Sitzung abgestimmt werden.

Ralf Ostermann vom Solinger Ingenieur-Büro Franz Fischer hat mögliche Lösungswege erarbeitet, um zu verhindern, dass bei Starkregenereignissen Fremdwasser - darunter versteht man vor allem Regen- und Schmutzwasser - in den Schmutzwasserkanal gelangt. In Anrath sind rund 2000 Haushalte betroffen. Wer seine Kanalsituation verbessert, wird mit Kosten von über 9000 Euro rechnen müssen. Um das Grundwasser und das Regenwasser in den Regenwasserkanal zu leiten, der deutlich größer dimensioniert ist als der Schmutzwasserkanal, könnte unter anderem eine Pumpe erforderlich werden.

Überschwemmung ist bei extremen Regen weiterhin möglich

Es ist ein rundherum unerfreuliches Thema, und zwar aus vielen Gründen und für die verschiedenen Akteure: Die Betroffenen müssen tief in die Tasche greifen. Ralf Ostermann erklärte, die Betroffenheit könne mit vertretbarem finanziellen Aufwand nicht parzellenscharf beurteilt werden. Und er beschrieb ein Förderprogramm, aus dem rund 30 Prozent der Kosten erstattet werden können. Es ist aber an bestimmte Fristen und Voraussetzungen geknüpft, die Bürger müssen umfassend informiert werden. „Damit wird eine Vollzeitkraft genug zu tun haben“, ist sich Ostermann sicher. „Wenn ich diese eine Kraft denn hätte“, stöhnte der zuständige Geschäftsbereichsleiter Andreas Hans. Und auch mit diesen Maßnahmen könnten Überschwemmungen bei extrem starken Regenfällen nicht ausgeschlossen werden – auch das ist unbefriedigend.

Der Ausschuss-Vorsitzende Christian Pakusch (CDU) ging auf eine zwingende Voraussetzung für die Sanierung beziehungsweise Ertüchtigung der Hausanschlüsse ein: „Bei uns gibt es viele Kritiker in Bezug auf den Erlass einer Entwässerungssatzung.“ Die müsse aber unbedingt erlassen werden, um an Fördermittel für die Bürger zu kommen. Deshalb beantragte Pakusch, die Entscheidung auf die Novembersitzung zu verschieben.

„Einige Kanäle sind erst vor kurzem gemacht worden, zum Beispiel unter der Viersener Straße“, sagte Dieter Lambertz (CDU). Die Technische Beigeordnete Martina Stall erklärte: „Es geht hier um die Kanäle auf den privaten Grundstücken.“ Ulrich Bünstorf (SPD) sprach sich für den Erlass einer entsprechenden Satzung aus: „Die Bürger möchten gerne wissen, was sie zu tun haben.“ Und auch wenn es bei extrem starken Regen auch künftig zu Überschwemmungen kommen sollte, so seien die Investitionen doch sinnvoll bei starkem, aber nicht extremen Regenfällen.

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