Niederrheinwerke und Stadtwerke Willich haben Alternativen im Angebot. Die sind nur unwesentlich teurer.

Willich/Tönisvorst. Diese Demonstration der Natur war furchtbar: Mutter Erde hat mit der Naturkatastrophe in Japan gezeigt, welche Gewalt sie auszuüben vermag und dass sie durch nichts zu zähmen ist. Mindestens genauso schlimm ist die Katastrophe um das Kernkraftwerk Fukushima. Die in Deutschland schon Folgen hatte: Atom-Meiler wurden abgeschaltet, eine Landesregierung musste ihren Hut nehmen.

Wie sieht es mit Konsequenzen hierzulande aus? Verzichten die Menschen auf Atomstrom? Welche Alternativen gibt es dazu bei den Stadtwerken?

„Wir haben Naturstrom im Angebot“, sagt Christina Achtnich, Sprecherin der Niederrheinwerke, zu denen die Stadtwerke Tönisvorst gehören. Die Modellrechnung, die die Fachfrau aufmacht, klingt plausibel: „Sie können Ökostrom zu ihrem Angebot dazu bestellen. Das macht bei einem Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden (kwh) ganze 17,60 Euro, im Jahr.“ Was – gemessen an der Rechnung fürs zwölf Monate – keine zwei Prozent ausmacht.

So weit die positive Nachricht. Die schlechte ist: „Wir haben erst wenige Kunden, die das bestellen“, sagt Christina Achtnich. Dabei kommt der saubere Strom zu 100 Prozent aus Wasserkraft, er wird in Österreich produziert.

Teurer ist die Öko-Alternative in Willich – noch. Liegt hier die „normale“ Versorgung bei einem vergleichbaren Haushalt rund 40 Euro jährlich unter dem Tarif der Niederrheinwerke, zahlt der Kunde für seinen Wunsch nach Ökostrom beim Tarif vier Cent netto oben drauf. Was bei einem Verbrauch von 4000 kwh etwa 190 Euro jährlich ausmachen würde.

Ein neues Angebot ist in der Mache

Aber hier tut sich was: „Wir legen gerade ein neues Produkt auf“, sagt Stadtwerke-Chef Albert Lopez. Für einen Aufpreis von rund acht Euro im Jahr kann man dann Strom aus Wasserkraft bekommen. „Alle Kunden werden angeschrieben und bekommen das Angebot.“ Die Stadtwerke haben schon Teilmengen gekauft, so Lopez.

Der Anteil der Willicher Stadtwerke an erneuerbaren Energien macht 26 Prozent (Tönisvorst 28) aus. Im Bundesdurchschnitt liegt er bei 25 Prozent. Bei der Kernkraft liegen die Willicher bei 20 Prozent (22,5 Prozent in Tönisvorst), deutlich unter Bundesdurchschnitt von 25 Prozent.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer