Im Bürgerentscheid dürfen mehr als 41 000 Willicher über die Zukunft der Bäume auf dem Markt abstimmen.

Der Willicher Markt durch’s sogenannte Fisch-Objektiv betrachtet.
Der Willicher Markt durch’s sogenannte Fisch-Objektiv betrachtet.

Der Willicher Markt durch’s sogenannte Fisch-Objektiv betrachtet.

Ja oder Nein? Thorsten Werkes mit dem Stimmzettel für den Bürgerentscheid.

Friedhelm Reimann, Bild 1 von 2

Der Willicher Markt durch’s sogenannte Fisch-Objektiv betrachtet.

Willich. Der erste Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt Willich sorgt für viel Arbeit bei der Stadtverwaltung. „Bis zum 3. Februar müssen alle 41 582 wahlberechtigte Bürger eine Abstimmungsbenachrichtigung im Briefkasten haben“, erklärte am Montag Thorsten Werkes, dafür zuständiger Mann im Geschäftsbereich „Zentrale Dienstleistungen“. Bereits Ende Januar wird ein Wahlamt eingerichtet. Bis zur Auszählung der Stimmen am 24. Februar ab 16 Uhr kann dann abgestimmt werden.

Stadtverwaltung ist zur Neutralität verpflichtet

Doch worum geht es eigentlich? Diese Frage wird sich der ein oder andere Bürger sicher stellen, wenn er den weißen Wahlzettel in den zugeschickten Unterlagen findet. „Sollen die 20 Kugelahorn-Bäume auf dem Willicher Marktplatz am jetzigen Standort erhalten bleiben und nur dann gefällt werden, wenn sie krank sind?“ So lautet die Frage, auf die lediglich Ja oder Nein auf dem Zettel angekreuzt werden kann. Weitere Erläuterungen zu den Hintergründen werden die Bürger nicht erhalten, da sich Stadt, Fraktionen und die Bürgerinitiative pro Kugelahorn darauf im Vorfeld nicht einigen konnten.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden sich mit inhaltlichen Äußerungen zu dem Bürgerentscheid zurückhalten. „Wir sind zur Neutralität verpflichtet“, betont Geschäftsbereichsleiter Manfred Jakobs. Die im Rat vertretenen Parteien wollen dagegen Wahlkampf betreiben: Schon vor Weihnachten haben CDU, SPD und FDP damit begonnen, Werbung für eine Abstimmung mit „Nein!“ zu machen. Für ein „Ja“ zum Erhalt der Bäume sprechen sich dagegen die Grünen und die Bürgerinitiative pro Kugelahorn aus. Beide Seiten wollen mit Info-Ständen an die Bürger herantreten.

Abstimmen dürfen alle Wahlberechtigten in der Stadt, nicht nur die Bürger von Alt-Willich. Es findet ausschließlich eine Briefwahl statt. Diese kann bei Erhalt der Abstimmungsbenachrechtigung bis zum 22. Februar beantragt werden. Der Wahlzettel muss dann bis 24. Februar, 16 Uhr, im Schloss Neersen vorliegen.

Ausgezählt wird sofort danach im Ratssaal des Neersener Schlosses. Knapp 50 Wahlhelfer werden damit befasst sein. „So viele Leute brauchen wir aber nur bei hoher Wahlbeteiligung“, informiert Thorsten Werkes. Bei der Stadt geht man davon aus, dass sich mindestens 12 000 Menschen an der Abstimmung beteiligen werden.

Dem Bürgerentscheid vorausgegangen war ein Bürgerbegehren. Dabei gab es 3777 gültige Unterschriften für den Erhalt der Bäume auf dem Willicher Markt. Notwendig waren 2487. Die Kugelahorne sollen nach den Plänen eines Krefelder Büros gefällt und durch andere Bäume werden, um den Marktplatz neu gestalten zu können.

Die Verwaltung rechnet für den Bürgerentscheid mit Kosten von etwa 90 000 Euro. „Die genaue Summe hängt auch von der Wahlbeteiligung ab“, informiert Geschäftsbereichsleiter Manfred Jakobs.

Das Ergebnis der „Wahl“ wird am Ende dem Stadtrat zur abschließenden Entscheidung vorgelegt.

Um die Bäume zu erhalten, müssen mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten „Ja“ ankreuzen, wobei diese 15 Prozent gleichzeitig die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen darstellen muss. Beteiligen sich zum Bespiel nur 1000 Willicher an der Wahl, ist das Quorum verpasst und der Bürgerentscheid wäre gescheitert. Ausgezählt werden die Stimmen aber in jedem Fall – und gleich danach wird im Ratssaal auch das Ergebnis bekanntgegeben. „Wir alle sind gespannt, wie es ausgeht“, erklärt Pressesprecher Michael Pluschke.

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