Berufe in der Gastronomie haben ein Imageproblem. Dabei seien sie zukunftssicher, sagt Matthias Stieger.

Matthias Stieger bereitet im Ramshof gerade Jakobsmuscheln mit Blumenkohl-Püree, Rote Bete und Safranschaum vor. Wer möchte, kann bei ihm aber auch gebratenen Leberkäse mit Spiegelei und Bratkartoffeln bekommen.
Matthias Stieger bereitet im Ramshof gerade Jakobsmuscheln mit Blumenkohl-Püree, Rote Bete und Safranschaum vor. Wer möchte, kann bei ihm aber auch gebratenen Leberkäse mit Spiegelei und Bratkartoffeln bekommen.

Matthias Stieger bereitet im Ramshof gerade Jakobsmuscheln mit Blumenkohl-Püree, Rote Bete und Safranschaum vor. Wer möchte, kann bei ihm aber auch gebratenen Leberkäse mit Spiegelei und Bratkartoffeln bekommen.

Kurt Lübke

Matthias Stieger bereitet im Ramshof gerade Jakobsmuscheln mit Blumenkohl-Püree, Rote Bete und Safranschaum vor. Wer möchte, kann bei ihm aber auch gebratenen Leberkäse mit Spiegelei und Bratkartoffeln bekommen.

Willich. Matthias Stieger ist ein leidenschaftlicher Koch. Das merkt man spätestens, wenn der 36-jährige Juniorchef des Neersener Ramshofs von seinem Beruf erzählt. „Das ist ein unheimlich abwechslungsreicher Job mit sehr guten Aufstiegschancen“, lobt er. Und schiebt hinterher, wie kreativ man als Koch sei und dass man auf der ganzen Welt Arbeit finden könne. Angesichts solcher Superlative kann man kaum glauben, dass er und seine Kollegen in anderen Restaurants schon länger ein großes Problem haben: Es fällt schwer, Auszubildende für die Gastronomie zu finden – und die Abbrecherquote ist hoch.

Ein guter Koch ist durch keinen Computer zu ersetzen

„Wir haben ein Imageproblem“, hatte Josef Hiller vom Schiefbahner Kaiserhof bereits im vergangenen Jahr im Gespräch mit der WZ erklärt. Deshalb sei es ganz wichtig, jungen Leuten klar zu machen, dass im Restaurant zwar abends, am Wochenende und an Feiertagen gearbeitet werde, es aber trotzdem eine ganz reguläre Wochenarbeitszeit gebe. Die Ausbildung läuft nach einem normalen Rahmenplan der IHK ab.

Das bestätigt Matthias Stieger, der Mitglied im IHK-Prüfungsausschuss ist. Und er betont: „Im Zeitalter der Digitalisierung ist die Arbeit in der Gastronomie noch zukunftssicher.“ Denn ein guter Koch sei durch einen Computer oder Roboter so schnell nicht zu ersetzen.

Was ihn ärgert, sind Klischees, wie sie zum Beispiel in Filmen wie „Im Rausch der Sterne“ transportiert werden: Drogenabhängige Küchenchefs, die wild herumbrüllen und mit Töpfen werfen, gebe es nur in den Medien. Auch der Ton in der Küche sei längst nicht mehr so rau wie früher, als er selbst ausgebildet wurde. Tatsächlich sei das Klima in der Restaurantküche heute ganz anders: Der Freizeitwert werde immer wichtiger, man müsse aber auch am Arbeitsplatz Lebensqualität bieten – zum Beispiel mit einem gemütlichen Feierabend-Bierchen.

Das lässt sich dann auch Fabian Lohbeck (27) gerne schmecken, der in der Ramshof-Küche gerade kurz vor dem Ende seiner dreijährigen Ausbildung steht und anschließend als Jungkoch (Commis) übernommen wird. Als weitere Schritte auf der Karriereleiter warten auf ihn der Demi Chef de Partie (Schichtleiter eines Küchenbereichs), der Chef de Partie (Leiter eines Bereichs) sowie der Souschef (stellvertretender Küchenchef).

Der 27-Jährige Willicher ist als Quereinsteiger über ein einwöchiges Praktikum im Ramshof zum Beruf gekommen. Ein Weg, den Matthias Stieger zum Beispiel auch Schülern ausdrücklich empfiehlt, um die Ausbildung einmal kennenzulernen.

Fabian Lohbeck hat es auf jeden Fall noch nicht bereut, Koch geworden zu sein. Der Beruf ist „total abwechslungsreich“, betont auch er. Und der Stress zu den Zeiten, wenn zum Beispiel abends der Andrang im Restaurant groß ist, gehöre halt dazu: „Das muss man mögen.“

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