Willich ist Radfahrerland. Die Ortszentren sind zuweilen stark durch Autoverkehr belastet.

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Mehr als 2000 Fahrzeuge rollen am Tag über die Hochstraße in Schiefbahn (Foto). Auf der Anrather Straße in Willich sind es sogar 3250.

Mehr als 2000 Fahrzeuge rollen am Tag über die Hochstraße in Schiefbahn (Foto). Auf der Anrather Straße in Willich sind es sogar 3250.

Reimann

Mehr als 2000 Fahrzeuge rollen am Tag über die Hochstraße in Schiefbahn (Foto). Auf der Anrather Straße in Willich sind es sogar 3250.

Willich. Der neue Verkehrsentwicklungsplan heißt Masterplan Mobilität. Er wird vom Dortmunder Ingenieurbüro Planersocietät erarbeitet. Dieses Büro hatte im Rahmen einer groß angelegten Bestandsanalyse 2300 Haushalten Fragebögen geschickt. 600 davon haben geantwortet. Sie machten insgesamt 1400 Verbesserungsvorschläge.

Das Ergebnis stellte jetzt Michael Frehn im Planungsausschuss vor. Und er kündigte an, dass es zu diesem Thema am 22. September um 19 Uhr eine Info-Veranstaltung in der Schiefbahner Kulturhalle geben wird.

Radwegenetz zeigt in den Zentren Lücken auf

"Wir haben an mehr als 20 Knotenpunkten im Stadtgebiet Verkehrszählungen durchgeführt", so Frehn. Einen Schluss, den er aus den Befragungen zog: "Willich ist faktisch Radfahrerland - und das liegt nicht nur an Bürgermeister Josef Heyes." Zirca 20Prozent der Wege innerhalb der Stadt würden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Bezüglich der Radwege gebe es aber vor allem in den Ortszentren Netzlücken. 88Prozent der Befragten hatten angegeben, über ein fahrbereites Fahrrad zu verfügen.

Weniger schön: Laut "Kinderunfallatlas 2008" sind besonders 10- bis 14-jährige Kinder, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, unfallgefährdet. 15 Prozent der Befragten haben eine Zeitkarte für den Öffentlichen Personennahverkehr.

Kritik am Öffentlichen Personennahverkehr

Während die Autofahrer und Radler relativ zufrieden sind, üben die Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs Kritik: Werktags fahren die letzten Busse schon relativ früh, Anrath ist nicht an das Nachtbusnetz angeschlossen und schnelle, direkte Verbindungen an das (über)-regionale Netz mit nutzerfreundichen Bedienungszeiten fehlten weitgehend.

Gelobt wird dagegen das Bürgerbus-System in Anrath und Alt-Willich. Ein weiterer Kritikpunkt: Gewerbegebiete seien häufig nicht mit dem Bus zu erreichen. Auch das Neubaugebiet Wekeln sei in seinem westlichen Teil ohne bequem erreichbaren Anschluss an den Öffentlichen Nahverkehr.

Die Ortszentren sind mehr oder weniger stark von Durchgangsverkehr betroffen: Auf der Anrather Straße wurden trotz der Umfahrungsmöglichkeit über die L 26 immer noch 3250 Fahrzeuge am Tag gezählt, auf der Schiefbahner Hochstraße 2020, auf der Hauptstraße in Neersen 1030 und an der Anrather Kirche 750.

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