Das Vokalensemble „Chant du choer changeant“ gab am Wochenende zwei Konzerte.

Willich. Als die Klosterkirche St. Bernhard in den 60er Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft zu Albert Oetkers Sommervilla errichtet wurde, ging die Geistlichkeit noch von einem musizierenden Forum der Psalmen aus.Dass die 60er Jahre jedoch vor allem für eine ganz andere Art der Musik im Gedächtnis geblieben sind, zeigte jenes Vokalensemble, das am Wochenende hier gleich zwei Konzerte gab:

„Chant du choer changeant“ ist der 16-köpfige Damenchor, der unter der Leitung von Herrmanjosef Roosen in unzähligen Proben darauf eingeschworen wurde, dass die Zusammensetzung des Ensembles auch menschlich stimmen muss.

Dies galt sowohl für die Mitglieder des Ensembles als auch für die Auswahl der Songs. Dabei war zunächst eigentlich nur ein Auftritt geplant, als dann aber die Karten in Windeseile vergriffen und die Nachfrage immer noch groß war, entschied man sich für eine weitere Neujahrs-Show.

Barbara Streisand beim Wort genommen

Trotz Frost und Schnee waren die Besucher gekommen, um den Damenchor zu sehen und zu hören. Zunächst saßen alle verpackt in ihren dicken Wintermänteln und wärmten sich an der Vorfreude auf die Musik. Gleich einem Zepter nahm endlich Chorleiter Roosen das Mikrofon in die Hand und versprach den grauen Saal in ein buntes Meer aus Musik und Gesang zu tauchen.

„The shadow of your smile“, kündigte der gebürtige Krefelder als Song zum Auftakt an, „und diesen Titel dürfen sie ruhig wörtlich nehmen.“ Mit diesen Worten betraten die 16 Sängerinnen den Saal und versprühten eine Fülle an Heiterkeit und rhythmischen Klängen. Dann stieg langsam Rauch auf, die Scheinwerfer flackerten und die Strahlen der Diskokugel schossen in alle Richtungen. In einem Choral, der bis zur Decke stieg, wurde der Kultsong von Barbara Streisand Stück für Stück in seiner Gefühlslage zerlegt, zitiert, interpretiert.

So richtig in Fahrt kamen die Mädels, als mit dem Saturday-Night-Fever-Medley ein erfrischender Cocktail aus Cult-Classics und Poprock Gänsehautstimmung verbreitete. Eine musikalische Zeitreise von den Beach Boys über James Brown bis Michael Jackson.

Alles gewürzt durch Roosens Moderationen, die bewusst mit trockenem Augenzwinker-Humor spielten, und den stetig wechselnden, ausgefallenen Outfits der Sängerinnen. Diese waren stets der entsprechenden Modekultur der Songs angepasst. So zwitscherten sie zum Beispiel mit Minirock und Bubikopf-Frisur „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel.

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