Kämmerer Kerbusch schlägt zweigeteilte Lösung vor, um Kosten nicht weiter steigen zu lassen.

Willich. Für Kämmerer Willy Kerbusch ist es eine Frage der Gerechtigkeit: Pensionslasten für die Beamten der Stadt Willich dürften aus seiner Sicht nicht länger auf künftige Generationen verschoben werden. „Für den Angestellten zahlen wir Sozialversicherungsbeiträge, für den Beamten am Schreibtisch gegenüber aber nichts“, verdeutlicht er das Problem.

Die Folgen sind dramatisch: Im Jahr 2020 liegen die Pensionslasten schon bei 43,4 Millionen Euro, 2040 bei 74 Millionen Euro. Eine Kapitaldeckung gibt es dafür nicht, das Ganze wird bisher aus dem laufenden Haushalt gestemmt. Das will Kerbusch ändern, denn „Pensionsverpflichtungen können zu einer ernsthaften Bedrohung für die Handlungsfähigkeit der Stadt Willich werden“.

Für den Kämmerer ist die Zeit günstig, dieses Problem zu lösen: Die Zinsen sind niedrig, die Haushaltslage entwickelt sich positiv. Nach intensiven Beratungen mit der Politik schlägt er dem Stadtrat für die Sitzung am 22. Oktober eine zweigeteilte Lösung vor. Danach soll die Stadt in „Rückdeckungsversicherungen“ für Beamte ab dem Jahrgang 1965 sowie in einen schon existierenden Versorgungsfonds investieren. Etwa 1,2 Millionen Euro müssten dafür im Jahr aufgebracht werden.

Das ist viel Geld und würde die Liquidität der Stadt stark einschränken. Deshalb gab es auch Bedenken aus der Politik. Andererseits, so Willy Kerbusch, komme es in Zukunft zu einer merklichen Erhöhung der Pensionierungen, vor allem aufgrund der geburtenreichen Jahrgänge 1960 bis ’69.

„Es ist daher damit zu rechnen, dass sich die jährlichen Pensionsbelastungen innerhalb von 15 Jahren von jährlich 1,6 auf rund 3,1 Millionen Euro verdoppeln.“ Mit dem vorgeschlagenen Modell könne man hier erfolgreich gegensteuern. „Wenn wir das jetzt schaffen, sind wir die Ersten in der Region, die dieses Problem lösen“, sagt Kerbusch.

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