Einige Alt-Willicher möchten einen Ableger der Geschichts- und Heimatfreunde Schiefbahn gründen.

Willich/Schiefbahn. Der Tellerrand der Willicher endet gewöhnlich in Richtung Süden an der Schnellstraße nach Korschenbroich. Über diesen Tellerrand hinaus schauen möchten aber Hanne Richter und einige Gleichgesinnte. Sie setzen sich dafür ein, einen Alt-Willich Ableger des Heimatvereins Schiefbahn zu gründen.

Eine Kooperation existiert schon jetzt

Eine lose Zusammenarbeit gibt es bereits. So hat jüngst der Bautrupp der Heimatfreunde das Gedenkkreuz für die ermordete Ärztin Anna Rütten am Rande von Münchheide neu aufgestellt.

„So manche Rarität schlummert auch bei uns in Willich, die einen Blick auf unsere Wurzeln gestatten. Dazu gehören Brauchtum, Schützen- und Vereinswesen und bemerkenswerte Familiengeschichten. Ohne Weitergabe an uns ,Junge’ gelten sie unwiederbringlich verloren“, sagt Hanne Richter.

Kamps Pitter ein „gut gelungenes Kind“

In Schiefbahn haben die Heimat- und Geschichtsfreunde es schon vor vielen Jahren übernommen, Zeugnisse der Vergangenheit aufzubewahren und auszuwerten. Das Heimatmuseum „Kamps Pitter“ auf dem Gelände des St. Bernhard-Gymnasiums sei ein geliebtes und gut geratenes Kind des Heimatvereines, urteilt Hanne Richter. Unermüdlich werde dort geplant, geschafft und Brauchtum präsentiert. „Viele kostbare Zeugen von Heimat wären längst verschwunden, wären da nicht die Schiefbahner. Und da sie unsere Nach barn sind, so sollten wir sie nach Kräften unterstützen.“

Eine eigene Gruppe des Heimatvereins in Alt-Willich könne einen Beitrag für den Ortsteil leisten, indem man zum Beispiel Fragen stelle zu Kinderspielen, Liedgut, Sprachgebrauch, Handwerk oder Großelterns Lieblingsessen. „Eine Anlaufstelle bei uns zu schaffen, ist möglich“, so Hanne Richter. Eine erste Adresse könne vorerst das Heimatmuseum in Schiefbahn sein: „Das wäre doch ein Anfang für eine gute kulturelle Nachbarschaftsbeziehung über den Tellerrand hinaus!“

Der Heimatverein Schiefbahn wurde 1950 gegründet, er hatte zunächst einen Raum im Keller der Hubertusschule. Hier präsentierte er erstmal eine Sammlung von rund 500 heimatkundlichen Exponaten.

1976 wurde die Sammlung als Dauerleihgabe an das Museum des Kreises in der Grefrather Dorenburg übergeben.

 Nachdem der Verein in den Räumen des St. Berhard im Oetkerpark unterkommen konnte, wurde die Sammlung wiedergeholt. Mittlerweile umfasst sie rund 6000 Exponate.

Das heutige Heimatmuseum Kamps Pitter ist in der früheren Gärtnerei des Oetkerparks untergebracht. Es ist jeden 2. Sonntag im Monat von 12 bis 17 Uhr geöffnet. kor

Wer an der Mitarbeit in einer Alt-Willicher Gruppe des Heimatvereins interessiert ist, kann sich an Hanne Richter wenden. Sie wohnt an der Wielandstraße 9 in Willich und ist telefonisch unter der Rufnummer 02154/4147 37 erreichbar.

www.heimatverein-schiefbahn.de

E-Mail ekuhlen@online.de

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