Für die Tötung von Greifvögeln muss sich ein Willicher verantworten.

Nachgehakt
Tote Bussarde und Habichte stellte die Polizei im Vorjahr sicher.

Tote Bussarde und Habichte stellte die Polizei im Vorjahr sicher.

Mit dieser Krähe wurden die Greifvögel angelockt. Sie konnte damals lebend aus der Falle geborgen werden.

Archiv, Bild 1 von 2

Tote Bussarde und Habichte stellte die Polizei im Vorjahr sicher.

Neersen/Anrath. Nach außen hin scheint alles ruhig zu sein, aber hinter den Kulissen laufen die Räder der Justiz.

Im Fall der Greifvögeltötung, die im April des vergangenen Jahres zur Anzeige gebracht wurde, tut sich einiges.

Die juristischen Ermittlungen gegen den beschuldigten Jäger laufen, da dieser gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen haben soll.

Laut Gutachten wurden Giftköder eingesetzt

Der Beschuldigte G. setzte nach Erkenntnis der Ermittler Greifvogelfallen mit Lebendköder ein und tötete zudem durch Giftköder weitere Vögel. Letzteres belegt ein Gutachten des staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes.

In den ausliegenden Wildinnereien sowie in den toten Bussarden konnte demnach das in der EU verbotene Insektizid Aldicard nachgewiesen werden. Ob der beschuldigte Jäger das hochgiftige Präparat dabei aus Altbeständen einsetzte oder sich illegal beschaffte, ist noch offen.

Im April 2013 wurden vier illegale Greifvogelfallen samt einer lebenden Lockkrähe, sieben toten Greifvögeln, einem toten Fuchs sowie vergifteten Innereien eines Rothirsches auf dem Grundstück eines Jägers bzw. in einem Waldstück in der Nähe des Donkweges zwischen Neersen und Anrath gefunden.

Bei einer solchen Greifvogeltötung handelt es sich um eine Straftat. Diese kann laut Paragraph 71 des Bundesnaturschutzgesetzes mit bis zu fünf Jahren Haft oder einer Geldstrafe belegt werden.

Aufgrund der Schwere des Vergehens zog die Untere Jagdbehörde des Kreises Viersen den Jagdschein des Beschuldigten bereits ein. G. darf somit nicht mehr jagen und auch keine Waffe mit sich führen, wie die Pressestelle des Kreises Viersen auf Anfrage mitteilt.

„Der Kreis Viersen verhält sich vorbildlich. Man hat oft das Gefühl, es wird nicht richtig ermittelt. Das ist in diesem Vergehen aber überhaupt nicht der Fall“, lobt Axel Hirschfeld, Biologe und Sprecher des Komitees gegen Vogelmord.

Er sieht allein im Entzug des Jagdscheines einen Schritt, der verdeutliche, wie ernst dem Kreis Viersen die Sache sei. Der Landesjagdverband spricht schon beim Einsatz der Greifvogelfallen von einem extremen Verstoß gegen die Grundsätze der deutschen Waidgerechtigkeit.

Dass es bislang noch zu keinem Hauptverhandlungstermin gekommen ist, bezeichnet Hirschfeld als normal. „Solche Fälle ziehen sich vom Fund bis zum ersten Verhandlungstag in die Länge. Alles geht seinen normalen Gang.

Das Komitee ist selbst Zeuge, und wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Unteren Jagdbehörde des Kreises Viersen“, sagt Hirschfeld. Alle rechtlichen Möglichkeiten würden ausgeschöpft und es gehe voran, fügt der Biologe an.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer