Die CDU-Fraktion in Willich regt offene Verhandlungen mit dem Kreis über die Zukunft des Stadtarchivs an.

Die CDU-Fraktion in Willich regt offene Verhandlungen mit dem Kreis über die Zukunft des Stadtarchivs an.
Stadtarchivar Udo Holzenthal hat seinen Arbeitsplatz in Schiefbahn im St.-Bernhard-Komplex. Archiv

Stadtarchivar Udo Holzenthal hat seinen Arbeitsplatz in Schiefbahn im St.-Bernhard-Komplex. Archiv

Lübke

Stadtarchivar Udo Holzenthal hat seinen Arbeitsplatz in Schiefbahn im St.-Bernhard-Komplex. Archiv

Willich. Das Stadtarchiv muss in Willich bleiben! In diesem Punkt waren sich im vergangenen Herbst der Stadtrat und die Verwaltungsspitze einig. Anlass war damals die Suche nach einem neuen Standort für das Kreisarchiv, das die Willicher gerne nach Schiefbahn geholt hätten. Mittlerweile steht fest, dass Dülken neuer Standort wird – und nach Meinung der CDU sollte auch in Willich nochmals über den damaligen Ratsbeschluss nachgedacht werden.

„Landrat Andreas Coenen lässt nichts unversucht, uns zu überzeugen.“

Johannes Bäumges, CDU

„Die CDU-Fraktion ist bereit, der Verwaltungsspitze ein Mandat zu erteilen, um mit dem Kreis über das Einbringen des gesamten Willicher Archivs in das Kreisarchiv verhandeln zu können.“ Das erklärte gestern Fraktionschef Johannes Bäumges im Gespräch mit der WZ. Hintergrund: Der Landrat hatte in einem Brief Möglichkeiten zur Beteiligung von Willich an der neuen Einrichtung in Dülken aufgezeigt. Einzelheiten dazu wollte Bäumges nicht nennen. Nur so viel: „Andreas Coenen lässt nichts unversucht, uns zu überzeugen.“

Nach Informationen der WZ wird eine Zweigstelle des Kreisarchivs in Willich ausgeschlossen. Doch einen digitalen Arbeitsplatz könnte es dort geben. Auch die sehr gut funktionierende pädagogische Arbeit mit den Schiefbahner Schulen und dem Heimatverein könnte unter Federführung des Kreisarchivs fortgesetzt werden. Im Gespräch soll außerdem ein Archivbus-Shuttle nach Dülken sein.

„Wie präsent muss das Archiv sein? Und was ist es uns wert?“ Diese Fragen wirft Johannes Bäumges auf – die Kosten fürs Archiv liegen laut Haushalt bei 150 000 bis 200 000 Euro im Jahr. Auf der anderen Seite sehe er wenig Chancen, dass für Willich die Kreisumlage sinkt, falls die Stadt ihre bisherige Beteiligung am Kreisarchiv (in der Kempener Burg lagern die Materialien bis 1970) aufgibt.

Bislang hatten sich die Ratsfraktionen darauf verständigt, besagtes Material im Keller des St.-Bernhard-Gymnasiums unterzubringen, wenn nach 2020 der Umzug des Kreisarchivs von Kempen nach Dülken ansteht. Ob die bisher von den Heimat- und Geschichtsfreunden genutzten Räume dafür geeignet sind, müsse noch untersucht werden, so Bäumges: „Ein Gutachten dazu gibt es nicht. Bisher haben wir nur die Aussage von Brigitte Schwerdtfeger.“ Pikant: Die zuständige Beigeordnete ist ebenfalls CDU-Mitglied.

Stadtverwaltung möchte klaren Auftrag haben

Die CDU hat die übrigen Ratsfraktionen über ihren möglichen Sinneswandel schon informiert. Dort werde derzeit das eigene Vorgehen beraten, so Bäumges. Er erwartet, dass im Mai eine Entscheidung fällt. „Bis zur Sommerpause müssen wir auf jeden Fall einen bedeutenden Schritt weiter sein“, betont Bäumges mit Blick darauf, dass der Kreis für den Neubau in Dülken noch in diesem Jahr einen Architektenwettbewerb auf den Weg bringen wolle.

Wie Willichs Erster Beigeordneter Willy Kerbusch auf Nachfrage betont, brauche die Verwaltung ein klares Verhandlungsmandat aller Fraktionen. Anderenfalls müsse man sich an den bisherigen Ratsbeschluss halten. Und der lautete ja eindeutig: Das Archiv muss in Willich bleiben.

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