Turbo-Abi und doppelte Jahrgänge führen im nächsten Schuljahr zu Rennen um Plätze für Schüler in Betrieben und Firmen.

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Das Archiv-Bild zeigt Neuntklässler der Willicher Gesamtschule, die sich über Berufe und Branchen informieren lassen. Durch das G8-Turbo-Abitur wird das Gedränge von Schülern in Willich und Tönisvorst um Praktikumsplätze in Betrieben und Firmen im nächsten Schuljahr größer werden.

Das Archiv-Bild zeigt Neuntklässler der Willicher Gesamtschule, die sich über Berufe und Branchen informieren lassen. Durch das G8-Turbo-Abitur wird das Gedränge von Schülern in Willich und Tönisvorst um Praktikumsplätze in Betrieben und Firmen im nächsten Schuljahr größer werden.

Friedhelm Reimann

Das Archiv-Bild zeigt Neuntklässler der Willicher Gesamtschule, die sich über Berufe und Branchen informieren lassen. Durch das G8-Turbo-Abitur wird das Gedränge von Schülern in Willich und Tönisvorst um Praktikumsplätze in Betrieben und Firmen im nächsten Schuljahr größer werden.

Willich/Tönisvorst. "G8", das Turbo-Abi, wird nicht nur gleichzeitig zwei Abiturjahrgänge in den Arbeitsmarkt entlassen. Zum nächsten Schuljahr 2009/2010 steht bereits die doppelte Jahrgangsstufe 11 am Start. Alle diese Schüler wollen sich beruflich orientieren. Bald also suchen doppelt so viele Bewerber wie bisher Praktikumsplätze. Das ist schon jetzt Thema an Gymnasien, lässt aber auch Lehrer anderer Schulen sorgenvoll voraus schauen.

Im Michael-Ende-Gymnasiums hat sich, so Dieter Bergau, Lehrer und Koordinator der Berufswahlvorbereitung für die Sekundarstufe II, schon Gedanken gemacht. "Zum Glück bricht uns erst einmal kein Praktikum weg, da es bei uns generell in der Stufe 11 liegt", sagt Bergau. Praktisch heißt das aber, dass allein vom St.Töniser Gymnasium statt 80 auf einmal 160 Schüler gleichzeitig auf die Suche nach einem Praktikumsplatz gehen.

Organisatorischen Vorschlägen muss die Lehrerkonferenz zustimmen

Bergau hat daher ein Modell der Teilung entworfen. "Meine Idee ist es, den Jahrgang zu halbieren und die einen in der ersten Hälfte und die anderen in der zweiten Hälfte des Schuljahres ins Praktikum zu schicken." Das sei zwar mit schulinternen Schwierigkeiten behaftet, aber man müsse sehen. Vor einer organisatorischen Umsetzung aber muss Bergaus Vorschlag ohnehin erst in der Lehrerkonferenz besprochen werden.

Das Schiefbahner St. Bernhard Gymnasium schlägt einen anderen Weg ein - wenn die Schulkonferenz zustimmt. "Wir lassen das Praktikum jetzt noch in der zehnten Klasse. Das heißt, unsere derzeitigen Zehner machen ganz normal Praktikum. Die, die dann im nächsten Jahr von der neunten Klasse direkt in die Sekundarstufe II gehen, absolvieren ihr Praktikum dann in Stufe 11. Dadurch entzerren wir alles und haben keine doppelte Praktikumssuche", sagt Bernd-Dieter Röhrscheid, Lehrer und Koordinator für die Studien- und Berufswahlorientierung.

Gelassen geht es Wolfgang Hermanns, Lehrer und Berufsberatungskoordinator an der Anrather Johannesschule, an, denn in Willich gibt es eine vom Schulträger (Stadt Willich) verordnete Regelung. Die Zeiten, in denen die verschiedenen Schulen ihre Praktika durchführen, sind so gelegt, dass sie nicht zeitgleich stattfinden. "Solange wir die bisherige Regelung beibehalten und kein Versuch gestartet wird, es zu ändern, sehe ich keine Probleme auf uns zukommen", sagt Hermanns.

Willichs Zeitenregelung sieht keine Dopplung vor

Würde der doppelte Jahrgang der Gymnasien allerdings zeitgleich mit der Hauptschule suchen, so "würde es für unsere Schüler wirklich eng werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit würden Gymnasiasten bevorzugt", ist sich Hermanns sicher. In der Anrather Hauptschule setzt man grundsätzlich auf eine frühzeitige Bewerbung für Praktikumsplätze.

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