Die Stadt Willich ist Hotelbetreibern zu klein, obwohl es hohe Übernachtungszahlen gibt.

Die Stadt Willich ist Hotelbetreibern zu klein, obwohl es hohe Übernachtungszahlen gibt.
Im benachbarten Krefeld gibt es derzeit Pläne für ein Vier-Sterne-Hotel mit Kongresszentrum am Theaterplatz. Doch Willich ist den Investoren für solche Vorstellungen viel zu klein. Grafik: Peter Knoebel und Partner

Im benachbarten Krefeld gibt es derzeit Pläne für ein Vier-Sterne-Hotel mit Kongresszentrum am Theaterplatz. Doch Willich ist den Investoren für solche Vorstellungen viel zu klein. Grafik: Peter Knoebel und Partner

Im benachbarten Krefeld gibt es derzeit Pläne für ein Vier-Sterne-Hotel mit Kongresszentrum am Theaterplatz. Doch Willich ist den Investoren für solche Vorstellungen viel zu klein. Grafik: Peter Knoebel und Partner

Willich. Die Technische Beigeordnete Martina Stall und Kämmerer Willy Kerbusch haben ein gemeinsames Ziel: Sie möchten ein größeres Hotel in der Stadt Willich ansiedeln. Kerbusch machte jetzt im Haupt- und Finanzausschuss deutlich, dass dies ein schwieriges Vorhaben ist.

Gerade von der Immobilien-Messe Expo Real in München zurückgekehrt, dem idealen Platz, um ein solches Projekt anzustoßen, hatte Kerbusch viel Frust im Gepäck: „Martina Stall und ich haben keinen Hotelbetreiber ausgelassen auf der Expo Real. Es ist ganz, ganz schwer, ein ganz mühsames Handwerk.“ Man sei keinen Schritt weitergekommen, „ein ordentliches Hotel nach Willich zu holen“. Es soll etwa 200 Betten haben. 

„Interessenten wollen nur in Städten ab 100 000 Einwohner investieren“, erklärte Stall. Dass Willich von Großstädten umgeben ist, von denen Düsseldorf auch eine bedeutende Messestadt ist, scheint niemanden zu interessieren.

Johannes Bäumges (CDU) hatte im Zusammenhang mit der Frage, ob die Stadt weiter den Tourismus unterstützen solle, auf folgendes aufmerksam gemacht: „Die Stadt mit den höchsten Übernachtungszahlen im Kreis Viersen liegt nicht im Westkreis – Willich hat die meisten Übernachtungen.“ 2016 waren es knapp 67 000. Zum Vergleich: Im gleichen Jahr kam Kempen auf 28 712 und Viersen auf 18 584 Hotel-Übernachtungen. Bäumges regte darüber Gespräche mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises an.

„Willich muss eine Nähe zum Messestandort Düsseldorf stärker nutzen und auch in Eigenregie Aktivitäten entwickeln“, forderte Hans-Joachim Donath (FDP). Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss dann auch, nicht an der Tourismus-Förderung zu sparen. Dass ein weiteres Hotel dringend erforderlich ist, steht auch für Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) fest: „Wenn in Düsseldorf eine Messe ist, fällt es schwer, in Willich vier, fünf Gäste in einem Hotel unterzubringen.“

In einem Punkt ist Willy Kerbusch übrigens optimistisch: „Ein geeignetes Grundstück für ein Hotel würden wir immer bekommen.“ Fehlt nur noch ein Investor, der die Standortgunst erkennt und in Willich ein solches Hotel zu errichten bereit ist. WD, rudi

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer