Nach ihrer Festnahme lieferten deutsche Täter Informationen über einen Rauschgiftring aus den Niederlanden.

Willich/Krefeld. Sie haben erst Rauschgift und dann interessante Informationen geliefert: Zwei Männer waren am Mittwoch vor der 2. großen Strafkammer des Krefelder Landgerichts angeklagt, weil sie im Frühjahr mehrfach Drogen transportiert hatten.

Sebastian O. (28) aus Willich kannte den Dealer Ibo aus Venlo-Blerick schon länger, weil er selbst bei ihm einkaufte. "Ich konsumiere seit meinem 13. Lebensjahr", sagte der Hilfsarbeiter. "Ich wurde auch öfter angesprochen, ob ich Kurierfahrten übernehmen könne." Aber erst im vergangenen Winter ließ er sich überreden.

Richter: Angeklagte waren naiv

Weil er selbst keinen Führerschein hatte, zog er seinen Freund und Arbeitskollegen Alexander R. (31) aus Meerbusch hinzu. Man teilte sich den Kurierlohn von je 1000 Euro. Richter und Staatsanwalt waren sich einig: Viel zu wenig, was für die Naivität der Angeklagten spreche.

Mindestens fünf solcher Fahrten waren es zwischen dem 20. März und dem 30. April. An diesem Tag wurden die beiden kurz hinter dem Grenzübergang Schwanenhaus festgenommen. Mengen von mindestens zehn Kilo brachten sie nach Bergisch-Born, Bochum und Mannheim. Ibo nannte ihnen jeweils eine Adresse, die die Polizei später aus dem Navigationssystem ermittelte. "Es kam dann jemand, den Ibo per Handy benachrichtigt hatte und nahm die Tasche aus dem Kofferraum", erzählten die Angeklagten.

Festnahmen auch in den Niederlanden

Beide gingen davon aus, dass sie Marihuana transportierten, erwischt wurden sie mit 16 Kilo Amphetaminen. "Wenn es Heroin gewesen wäre, läge die Strafe im zweistelligen Bereich", sagte der Richter. Kontrolliert haben sie den Inhalt nie, obwohl sie wussten, das Ibo mit allen verbotenen Substanzen handelte.

Nach der Festnahme führten sie die Ermittler zu Ibo und seinen Kumpanen. "Diese wurden inzwischen von den niederländischen Behörden festgenommen", berichtete der Staatsanwalt. "Das hat das Strafmaß reduziert." Beide Männer wurden zu je fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Teilen ist diesmal nicht möglich.

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