Ein Jahr in Afrika: Julia Zimmermann will für Menschen mit Behinderung arbeiten. Die 25-Jährige ist selbst sehbehindert.

Julia Zimmermann macht Werbung für die Wanderausstellung „Ganz schön krank“, die Fotos von Menschen mit einer Behinderung zeigt. Der Eintritt ist frei. Sie hofft aber auf Spenden für ihren Freiwilligendienst in Kamerun.
Julia Zimmermann macht Werbung für die Wanderausstellung „Ganz schön krank“, die Fotos von Menschen mit einer Behinderung zeigt. Der Eintritt ist frei. Sie hofft aber auf Spenden für ihren Freiwilligendienst in Kamerun.

Julia Zimmermann macht Werbung für die Wanderausstellung „Ganz schön krank“, die Fotos von Menschen mit einer Behinderung zeigt. Der Eintritt ist frei. Sie hofft aber auf Spenden für ihren Freiwilligendienst in Kamerun.

Bischof

Julia Zimmermann macht Werbung für die Wanderausstellung „Ganz schön krank“, die Fotos von Menschen mit einer Behinderung zeigt. Der Eintritt ist frei. Sie hofft aber auf Spenden für ihren Freiwilligendienst in Kamerun.

Willich. Schön ist Julia Zimmermann. Fröhlich, lebenslustig, schick. Und kess mit ihrem grauen Hut zum fliederfarbenen Sommerkleid. Aber krank? Gehandicapt? Nein. Nicht auf den ersten Blick. Dabei ist die 25-Jährige aus Willich „ganz schön krank“ – so auch der Titel einer Ausstellung, für die sie zurzeit in ihrer Heimatstadt die Werbetrommel rührt. Im Gespräch im Freien sind ihre Augen selten weit geöffnet, sie blinzelt und kneift sie zusammen, als blende sie die untergehende Sonne stark.

„Ich möchte am liebsten die ganze Welt sehen.“
Julia Zimmermann

„Ich habe eine Sehbehinderung, einen so genannten Restsehfaktor von fünf bis zehn Prozent“, sagt sie. „Ich bin stark kurzsichtig, sehe keine Farben, nur die einen Dinge heller als andere.“ Ihre Lichtempfindlichkeit schwächen getönte Kontaktlinsen ab und – wenn die Sonne strahlt – dunkle Sonnenbrillengläser.

Julia Zimmermann ist in diesen Tagen im Stress. Sie wirbt für die von ihr nach Willich geholte Wanderausstellung „Ganz schön krank“. Das sind 26 Fotos der Passauer Studentin Andreas Krallinger von Menschen mit Behinderung.

Julia ist selbst nicht auf den Bildern, aber sie ist auf die Schau aufmerksam gemacht worden und möchte nun aus zwei Gründen, dass viele Menschen sie am übernächsten Wochenende im Gründerzentrum (Stahlwerk Becker) ansehen: Zum Einen lenke sie den Blick auf das Thema Inklusion. Und Julia hofft nach ihrem Eröffnungsvortrag am Freitag, 19. Juli, 18.30 Uhr, darauf, Spenden für ihren einjährigen Freiwilligendienst in Kamerun sammeln zu können.

Sie möchte sich dafür einsetzen, dass Menschen dort trotz eines Handicaps am normalen Leben teilhaben können. Das treibt sie um und weit weg. „Ich möchte am liebsten die ganze Welt sehen.“

Persönliches Julia Zimmermann ist in Willich geboren und aufgewachsen. Sie besuchte die Grundschule Im Mühlenfeld, später die Robert-Schuman-Gesamtschule. 2007 hat sie ihr Abitur gemacht, anschließend zunächst Bauingenieurwesen in Darmstadt studiert, bis sie nach Marburg wechselte und dort 2011 ihren Bachelor der Volkswirtschaftslehre machte. Daran hat sie ein Aufbaustudium Informatik gehängt. Nach ihrem einjährigen Freiwilligendienst in Kamerun plant sie eine Bewerbung beim Auswärtigen Amt.

Anfang August geht es nach Kamerun. Im Westen des Landes, in einer 200 000-Einwohner-Stadt, wird Julia Zimmermann in einem Büro von MOSOH arbeiten, einer Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Behinderung. Sie betreut Mitglieder, nimmt neue auf, unterstützt Menschen bei der Suche nach Beschäftigung und Ausbildung. Kontakte zu Politikern vor Ort soll sie knüpfen. Wohnen wird Julia in einem Konvent. Mehr Infos:

www.mosohcameroun.net www.bezew.de

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