Der Name des Willicher Chors mit etwa 100 Sängerinnen ist Programm. Moderne Lieder gehören zu ihrem Repertoire.

Der Name des Willicher Chors mit etwa 100 Sängerinnen ist Programm. Moderne Lieder gehören zu ihrem Repertoire.
Mit einem Aufwärmprogramm stimmt Andrea Kautny „ihre“ Frauen in der Aula der da-Vinci-Gesamtschule in Schiefbahn ein.

Mit einem Aufwärmprogramm stimmt Andrea Kautny „ihre“ Frauen in der Aula der da-Vinci-Gesamtschule in Schiefbahn ein.

Kurt Lübke

Mit einem Aufwärmprogramm stimmt Andrea Kautny „ihre“ Frauen in der Aula der da-Vinci-Gesamtschule in Schiefbahn ein.

Schiefbahn. In der Aula der Schiefbahner Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule wird es voller und voller. Begrüßungen fliegen durch den großen Raum, es wird erzählt und gelacht. Schließlich sind es weit mehr als 100 Frauen im Alter von elf bis 76 Jahren, die sich eingefunden haben und auf den Startschuss durch Andrea Kautny warten. Der folgt kurze Zeit später, denn es ist 20 Uhr und die Chorprobe von Frauenpower beginnt.

„Schsch! Alles wird ruhig. Durch die Nase einatmen, auf die Zehenspitzen stellen, Arme hoch, zischen“, startet die Chorleiterin das stimmliche Aufwärmprogramm. Kautny gibt Übung für Übung vor, dann erfolgt ihre Aufforderung zur Reihenbildung. Stimmlich sortiert bilden sich vor ihr sieben lange Frauenreihen. „Wir starten heute Abend mit Disco Fever, das wir auch beim nächsten Konzert singen werden“, sagt Kautny, drückt auf den Abspielknopf für die begleitende Musik, hüpft auf einen der Tische und ist in ihrem Element.

Der Chor wurde im Jahr 2008 gegründet

Wie ein Wirbelwind agiert sie, gut sichtbar für alle Sängerinnen, aus der Höhe in Richtung ihres Chores. Die Energie, die sie selber dabei ausstrahlt, findet sich im Chor wieder. Die Frauen singen und rocken mit einer Power, die ihrem Chornamen alle Ehre macht. Frauenpower pur ist angesagt.

Und genau das war auch das Ziel von Kautny, als sie den Chor im Dezember 2008 aus der Taufe hob. „Ich hatte damals bereits die ,Tonköpfe’. Wenn ich eine neue Frauenstimme gecastet habe, stellten sich regelmäßig 15 bis 20 Superstimmen vor. Ich konnte aber nur eine nehmen, da die ,Tonköpfe’ auf 30 bis 35 Personen begrenzt sind. Ich dachte mir, man kann diese guten Stimmen doch nicht einfach nach Hause schicken und in mir reifte die Idee, einen Frauenchor ins Leben zu rufen, der modernes Liedgut singt“, erinnert sich die Willicherin.

Ende November 2008 startet sie in der Zeitung einen Aufruf, der mehr als 100 Frauen ansprach, denn so viele waren es, die zur ersten Probe erschienen. Der Chor Frauenpower war da, wobei er heute auf 180 Stimmen angewachsen ist. „Mehr geht nicht. Wir sprengen räumlich schon jetzt jede Bühne“, bemerkt Kautny lächelnd.

Die Sängerinnen kommen dabei nicht nur aus Willich, sondern aus dem gesamten Kreis Viersen und der Umgebung bis hin nach Düsseldorf. Wichtig ist der Chorleiterin, dass jede einzelne Frau mit Freude und Begeisterung singt, denn genau diese Ausstrahlung ist es, die beim Publikum ankommt. „Wir sind alle typmäßig völlig verschieden, aber in einer Sache alle eins: Wir wollen emotionsgeladen singen. Wir wollen die Stücke so rüberbringen, dass wir das Publikum mitreißen und es eine Gänsehaut vor Wohlbefinden bekommt. Unser Name ist Programm“, sagt Kautny.

Dazu verhilft des Weiteren das breit gefächerte Repertoire, das den Rock-Pop-Musical-Chor ausmacht. Gesungen wird dabei Halbplaypack, das heißt, die Musik kommt vom Band. Neben der wöchentlichen Probe erstellt Kautny für ihre Sängerinnen Übungs-CDs von allen Liedern, so dass die Frauen zusätzlich überall und immer trainieren können. Noten und Texte gibt es nur bei den Proben. Bei Auftritten wird alles auswendig gesungen.

Herzliches Lachen löste so letztlich die Frage von Vera Rosarius aus, wo die CD bleiben würde, sie hätte so viel Bügelwäsche. „Ich lerne die Lieder halt unter anderem beim Bügeln“, berichtet Rosarius, die von Anfang an zum Chor gehört und genau wie alle anderen Frauen von der einmaligen Atmosphäre dieses Chores schwärmt. Während gerade die zweite Studio-CD aufgenommen wurde, stehen die aktuellen Proben jetzt im Zeichen der kommenden Konzerte, wozu auch im Herbst das traditionelle Konzert in der Willicher Jakob-Frantzen-Halle gehört.

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