Start-up-Unternehmen könnten dort unterkommen, so die Liberalen.

Start-up-Unternehmen könnten dort unterkommen, so die Liberalen.
Die Zukunft der Alleeschule in Anrath sorgt weiterhin für Diskussionen.

Die Zukunft der Alleeschule in Anrath sorgt weiterhin für Diskussionen.

Kurt Lübke

Die Zukunft der Alleeschule in Anrath sorgt weiterhin für Diskussionen.

Anrath. Mit einer Presseerklärung zur Zukunft der Alleeschule hat sich die Willicher FDP zu Wort gemeldet. Die Liberalen regen an, das Gebäude in Zukunft als Gründerzentrum für Start-up-Unternehmen zu nutzen.

In ihrer Presseerklärung behauptet die FDP, das Gebäude stehe bereits leer. Was aber nicht richtig ist: Auf Nachfrage der WZ hieß es beim bisherigen Eigentümer, der Xcom AG: „Im Gebäude wird immer noch fleißig gearbeitet.“

Richtig ist allerdings, dass die Muttergesellschaft eine neue, wirtschaftlichere Unterbringung für die Xcom und ihrer etwa 150 Mitarbeiter sucht und parallel dazu die Alleeschule im Internet zum Kauf anbietet. „Ohne Erfolg“, wie die FDP behauptet. Das Gebäude soll 1,15 Millionen Euro kosten. Seit Januar ist es auf einschlägigen Immobilien-Seiten zu finden.

Die Alleeschule wurde von Xvom umfangreich saniert

Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Ellen Roidl-Hock sieht das aktuelle Geschehen sehr kritisch: „Von den vielen Versprechungen, die der Bürgermeister und die CDU-Fraktion gemacht haben, ist leider nichts übrig geblieben. Man muss sich die Frage stellen, was nun aus dem schwierig zu vermarktenden Gebäude werden soll?“

„Die FDP hatte sich 2013 vehement für eine öffentliche Nutzung eingesetzt. Dies ist nach wie vor die bessere Verwendung für das Anrather Wahrzeichen“, ergänzt das Anrather FDP-Urgestein Hans-Gerd Segerath. Eine Möglichkeit sieht die FDP in der Errichtung des besagten Gründerzentrums für junge Unternehmen, die keine Halle wie im Stahlwerk Becker benötigen. Die Freien Demokraten glauben, dass Start-up-Unternehmen aus den Bereichen Werbung, IT und anderen innovativen Branchen der Einstieg in die Geschäftstätigkeit erleichtert werden kann – vor allem auch, weil die Alleeschule von der Xcom gerade erst umfassend saniert und IT-technisch auf den neuesten Stand gebracht wurde.

Auch Hans-Joachim Donath, Finanzexperte der FDP, glaubt an einen neuen Lösungsansatz: „Die laufenden Unterhaltskosten des Gebäudes kann die Stadt über die Mieten finanzieren. Für den Steuerzahler entsteht kein Aufwand. Dies ist eine hundertprozentige Win-Win-Situation für Stadt, Bürger sowie Unternehmen – und es bringt Arbeitsplätze.“ Was die FDP in ihrer Presseerkärung nicht erwähnt: Zuvor müsste die Stadt oder die städtische Grundstücksgesellschaft das Gebäude kaufen. Darüber ist bislang noch nicht diskutiert worden. Gestern Abend hat sich der Ältestenrat mit dem Thema Alleeschule beschäftigt.

Bürgermeister Josef Heyes kritisiert die Art und Weise, wie die FDP jetzt und zuvor schon Markus Gather (SPD) das Thema in die Öffentlichkeit tragen. Das sei hochsensibel, dementsprechend vorsichtig müsse man bei der Wortwahl sei. „Schließlich haben wir das Riskiko, dass die Firma Willich komplett den Rücken kehrt.“ Das gelte es zu verhindern. WD

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