Mit einer ungewöhnlichen Kunstaktion wird für eine tolerante Stadt Willich geworben.

Mit einer ungewöhnlichen Kunstaktion wird für eine tolerante Stadt Willich geworben.
So wie hier 2012 in Kempen soll der Engel der Kulturen durch Willich gerollt werden. Vorne die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten.

So wie hier 2012 in Kempen soll der Engel der Kulturen durch Willich gerollt werden. Vorne die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten.

Kirsten Schwikkard (l.) und Anna Rieve holen den Engel der Kulturen nächste Woche nach Willich. Archiv-

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So wie hier 2012 in Kempen soll der Engel der Kulturen durch Willich gerollt werden. Vorne die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten.

Willich. Als die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten vor einigen Jahren auf die Idee kamen, in einem Stahlring Kreuz, Davidstern und Halbmond als Symbole der Weltreligionen zu vereinen, stellten sie zur eigenen Überraschung fest: In dem Ring war der Umriss eines Engels entstanden. Der Engel gilt in allen drei Religionen als Bote zwischen Mensch und Gott. Das passte perfekt. Mit ihrem „Engel der Kulturen“ haben Carmen Dietrich und Gregor Merten seitdem mehr als 90 Städte besucht. Am 21. April kommen sie nach Willich.

Auch viele Schulen machen bei der Aktion mit

„Der Engel ist ein Zeichen dafür, dass wir für das Gute stehen, dass wir eine weltoffene Stadt sind“, sagt Anna Rieve. Gemeinsam mit Kirsten Schwikkard ist sie Initiatorin und Organisatorin der Aktion. Im Rahmen der Vorbereitungen haben sie viele Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen geführt.

Mit einer ungewöhnlichen Kunstaktion wird für eine tolerante Stadt Willich geworben.
So wie hier 2012 in Kempen soll der Engel der Kulturen durch Willich gerollt werden. Vorne die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten.

So wie hier 2012 in Kempen soll der Engel der Kulturen durch Willich gerollt werden. Vorne die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten.

Kirsten Schwikkard (l.) und Anna Rieve holen den Engel der Kulturen nächste Woche nach Willich. Archiv-

Friedhelm Reimann; Kurt Lübke, Bild 1 von 2

Kirsten Schwikkard (l.) und Anna Rieve holen den Engel der Kulturen nächste Woche nach Willich. Archiv-

Beteiligt sind auch die Wekelner Grundschule, die das Plakat entworfen hat, Vinhoven-, Kolping- und Johannesschule sowie St. Bernhard und Robert-Schuman-Schule. Unterstützung kam auch von Rabbi Wagner von der jüdischen Gemeinde. „Wir freuen uns über jeden Bürger, der mit uns durch seine Teilnahme an der Karawane ein Zeichen setzt für ein offenes und tolerantes Willich, das gemeinsam eine Menge schaffen kann“, sagen die beiden Frauen.

Das Kunstprojekt richtet sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Fundamentalismus. Offizieller Träger der Engel-Aktion ist die Initiative „LOT“ (lebendig, tolerant, offen), die zur ehrenamtlichen Betreuung der Flüchtlinge im ehemaligen Katharinen-Hospital gegründet wurde.

Auf dem Kaiserplatz wird eine Bodenintarsie eingelassen

Die Aktion startet um 12 Uhr an der Robert-Schuman-Europaschule, wo schon um 11.30 Uhr ein Vorprogramm beginnt. Nachdem die rollende Skulptur in einer Karawane aus Bürgern, Schülern, Pfadfindern und Messdienern über weitere Stationen – Moschee, evangelische Kirche, Asylbewerberheim, katholische Kirche – durch die Stadt bewegt wird, ist die Ankunft auf dem neu gestalteten Kaiserplatz zwischen 14.30 und 15 Uhr vorgesehen. Dort wird zur Erinnerung das Symbol „Engel der Kulturen“ als Bodenintarsie feierlich eingelassen und eine weitere für die nächste Stadt hergestellt. Auf dem Kaiserplatz wird es einige kleine Aktionen geben sowie ein kulinarisches Angebot der islamischen Gemeinde.

Die Intarsie für Willich entstand am 14. November 2015 in Würselen und erwächst aus einer langen Reihe von Aktionen: Im vergangenen Jahr unter anderem in Dresden, Tübingen, Worms, Recklinghausen, Neuss, Heinsberg und vielen weiteren. In dieses Band des Friedens wurden bereits 90 Städte eingebunden, von Istanbul bis Hamburg, von Brüssel bis Sarajevo.

Im Vorfeld haben sich einige Schulen mit dem „Engel der Kulturen“ auseinander gesetzt. Im Religionsunterricht und Kunstunterricht wurde mit den Kindern erarbeitet, was die unterschiedlichen Kulturen beinhalten, wie sie sich unterscheiden und was sie verbindet. Es sind viele Kunstwerke entstanden, die in den Schulen, aber auch am 21. April bewundert werden können.

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