Anrather Initiative fordert, dass an der Albert-Schweitzer- Grundschule drei Eingangsklassen gebildet werden.

Drei Mädchen am Tag ihrer Einschulung. In Anrath gibt es jetzt Ärger, weil die Wunschschule nicht immer zur Verfügung steht.
Drei Mädchen am Tag ihrer Einschulung. In Anrath gibt es jetzt Ärger, weil die Wunschschule nicht immer zur Verfügung steht.

Drei Mädchen am Tag ihrer Einschulung. In Anrath gibt es jetzt Ärger, weil die Wunschschule nicht immer zur Verfügung steht.

dpa

Drei Mädchen am Tag ihrer Einschulung. In Anrath gibt es jetzt Ärger, weil die Wunschschule nicht immer zur Verfügung steht.

Anrath/Willich. Nicht jedes i-Dötzchen in der Stadt Willich wird ab dem kommenden Sommer seine Wunschschule besuchen dürfen. Denn im November hat der Schulausschuss beschlossen: An der Grundschule Wekeln und der Albert-Schweitzer-Grundschule (ASS) Anrath wird es Aufnahmebegrenzungen geben. Betroffene Eltern aus Anrath hat das nicht ruhen lassen. Nach intensiver Prüfung aller Unterlagen fordern sie jetzt in einem Bürgerantrag, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am 2. Februar die Entscheidung zurücknimmt, an der ASS nur zwei Eingangsklassen zu bilden.

Termine mit Josef Heyes und Markus Gather

Im Antrag werden Georg Bartilla, Thomas Bias, Vera Lotito und Birger Vogt als Ansprechpartner genannt. Insgesamt rund 80 Bürger werden ihn nach Auskunft von Thomas Bias bei der Stadtverwaltung einreichen. Am Freitag habe man zudem einen Gesprächstermin bei Bürgermeister Josef Heyes, so Bias. Auch mit dem stellvertretenden Bürgermeister Markus Gather werde man reden.

Doch wogegen richtet sich der Protest der Eltern überhaupt? Ihrer Meinung nach ist in dem Beschluss des Schulausschusses eine ausgewogene Klassenbildung nach den gesetzlichen Vorgaben nicht erkennbar. Statt dessen gebe es „eine deutliche Benachteiligung des Stadtteils Anrath“, wie Thomas Bias erläutert.

Zwölf Schüler sollen an der Albert-Schweitzer-Grundschule (62 Anmeldungen) abgelehnt werden, weitere sieben an der Grundschule Wekeln (63 Anmeldungen). Beide wurden auf zwei Eingangsklassen begrenzt, die abgewiesenen Schüler sollen an andere Schulen im Ortsteil verwiesen werden. Mit den 67 i-Dötzchen, die an der Willicher Kolpingschule angemeldet wurden, werden dagegen drei Eingangsklassen gebildet.

Die durchschnittliche Klassengröße an den beiden Anrather Grundschulen liege bei 26, in Neersen dagegen bei 17, in Schiefbahn bei 22,6 und in Willich bei 22,2. Bereits hieran sei zu erkennen, dass die Verteilung wenig ausgewogen sei, argumentieren die Eltern.

Anrath verfüge außerdem über nur zwei freie Schulplätze, während der Stadtteil Willich 58 freie Plätze habe. Für Anrath sei für neue Zuzügler also kein Platz mehr. Nicht zuletzt gebe es im Stadtteil als Alternative zur ASS nur eine Konfessionsschule (Kricker-Schule) – in Alt-Willich dagegen drei Schulen im Umkreis von 1,1 bis 1,4 Kilometer.

Die Eltern kritisieren weiterhin ein Ungleichgewicht in der Argumentation: Die Schule im Mühlenfeld werde laut Beschluss nicht gekürzt, da sie eine erste Anlaufstelle für nicht Deutsch sprechende Kinder in Willich sei. „Dies gilt ebenfalls für die Albert-Schweitzer-Schule. Die Kürzung ist somit nicht sachgerecht“, so die Eltern. Sie fordern deshalb für die ASS eine Dreizügigkeit. Ein entsprechender Klassenraum stehe zur Verfügung.

Nach Auskunft von Thomas Bias habe man sich bereits mit dem zuständigen Geschäftsbereichsleiter Bernd Hitschler sowie dem Vorsitzenden des Schulausschusses, Merlin Praetor (Grüne), unterhalten – ohne Erfolg. Praetor räumte immerhin ein, die Situation sei „tatsächlich unbefriedigend – aber rechtlich zulässig und politisch gewollt“. Sie sei sachgerecht, ausgewogen und formal korrekt. Er ergänzte zudem: „Das Problem der Auflösung einer Schule soll politisch vermieden werden. Es ist gewollt, die derzeitige Willicher Standortstruktur stabil zu halten.“

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