Willich und Tönisvorst bieten Grillgut und Tiefgekühltes. Die Verbraucherzentrale NRW mahnt aber, trotz verlockender Angebote die Preise zu vergleichen.

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Beim Unternehmen Abbelen in Vorst hat der Fabrikverkauf Tradition.

Beim Unternehmen Abbelen in Vorst hat der Fabrikverkauf Tradition.

Friedhelm Reimann

Beim Unternehmen Abbelen in Vorst hat der Fabrikverkauf Tradition.

Willich/Tönisvorst. Mal flugs über die Grenze und in Roermond den Kleiderschrank auffüllen - mittlerweile ist das mehr als ein Trend. "Roermond ist eine besondere Geschichte, eine reine Verkaufsstätte. Doch das zieht die Kaufkraft aus der Innenstadt", sagt Willichs Wirtschaftsförderer Peter Heinze.

Was in Roermond täglich und gar an Feiertagen funktioniert, ist hier strengen Regeln unterworfen. "Es sollte im klassischen Lagerverkauf so sein, dass die Waren dort verkauft werden, wo sie hergestellt werden", erklärt Heinze. Oftmals würden diese Bestimmungen nicht eingehalten und Firmenverkäufe unabhängig von den Herstellungsorten installiert. Als Wirtschaftsförderer ist Heinze dies ein Dorn im Auge.

"Konkurrenz belebt das Geschäft" - aber nicht auf Kosten der Innenstadt

Uli Esser vom Tönisvorster Stadt-Marketing sieht das etwas anders: "Konkurrenz belebt das Geschäft. Das kann dann auch für den regulären Handel von Vorteil sein." Wie Peter Heinze ist aber auch er der Ansicht, dass solche Verkaufsstellen nicht dazu führen dürfen, dass der Einzelhandel im Ort selbst in Mitleidenschaft gezogen werde.
 
Dies ist jedoch in Willich wie in Tönisvorst bislang nicht der Fall. Hier gibt es allerdings einige Firmen, die Lebensmittel direkt ab Werk an den Mann zu bringen versuchen. Eine starke Konkurrenz zu den Einzelhändlern am Ort sehen aber Esser wie Heinze derzeit nicht.
 
Ein Beispiel für klassischen Firmenverkauf ist die Firma Könen Tiefkühl-Service (KTS) in Willich. Die Ware wird im eigenen Haus produziert und dort zum Verkauf gestellt. "Hervorgegangen ist unser Firmenverkauf aus dem Personalverkauf", sagt Ilka Klaaßen aus dem Controlling des Unternehmens.
 
Angeboten werde, und das an zwei Tagen in der Woche, häufig Ware, deren Verpackung Dellen aufweist oder einzelne Artikel, die für den Großhandel nicht in Frage kommen. Die Qualität sei aber in den meisten Fällen die gleiche, "und wenn nicht, wenn zum Beispiel das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, ist das entsprechend gekennzeichnet."

Auch der Fleischfabrikant Abbelen aus Vorst verkauft die eigenen Produkte, allerdings nur während der Grillsaison und zu marktüblichen Preisen. "Wir bieten unsere eigenen Qualitätswaren an, dazu Grillsaucen und Salate", sagt Einkaufsleiter Markus Niersmann. Auch bei Abbelen ging der Fabrik- aus einem Personalverkauf hervor.

Für kostengünstigere Elektronik-Artikel oder Kleider müssen die Willicher und Tönisvorster den Weg nach Roermond oder anderswo hin in Kauf nehmen. Auch in Nachbarorten wie Kempen boomt der Handel mit Lagerartikeln. Aber Vorsicht! "Wichtig ist der Preisvergleich", erklärt Elisabeth Elsner von der Verbraucherzentrale NRW in Krefeld. "Nicht selten sind die Angebote gar nicht günstiger."
 
Immerhin sei der Gewährleistungsanspruch für Käufer der gleiche. Ein Fernseher mit zwei Jahren Garantie bekommt der Käufer im Handel wie im Lagerverkauf. "Allerdings kann das Problem auftreten, dass das Lager innerhalb dieser Zeit aufgelöst wird", so Elsner.

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