Die Neersener Schützen hoffen, dass sowohl das Brauchtum wie Privatleute bald wieder am Minoritenplatz feiern können – mit geänderten Auflagen.

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Karnevalssitzungen der Schlossgeister soll es im Wahlefeldsaal wieder geben.

Karnevalssitzungen der Schlossgeister soll es im Wahlefeldsaal wieder geben.

WZ-Archiv

Karnevalssitzungen der Schlossgeister soll es im Wahlefeldsaal wieder geben.

Neersen. Es wird nie mehr so sein, wie es einmal war. Aber es wird weitergehen, der Wahlefeldsaal wird wieder zu Brauchtums- und privaten Zwecken genutzt werden können. Da ist sich Robert Brintrup, Präsident der Neersener St. Sebastianer, sicher.

Am Mittwoch war er gemeinsam mit der Technischen Beigeordneten Martina Stall und der zuständigen Geschäftsbereichsleiterin Andrea Ritter bei der Tüv-Zentrale in Köln. Dort war das von der Bruderschaft in Auftrag gegebene und von der Stadt finanzierte Gutachten zu dem Neersener Saal erstellt worden.

„Wir müssen schauen, dass wir mehr Tagesveranstaltungen kriegen.“

Robert Brintrup, Präsident der Sebastianus-Schützen in Neersen

Jetzt ging es darum, Verständnisfragen zu klären. Gegenüber der WZ äußerte sich Martina Stall kurz und knapp: „Ich bin nicht Herr des Verfahrens. Das Ergebnis wird zuerst der Politik vorgestellt und dann der Presse.“ Das Thema soll am 10. April im nichtöffentlichen Teil der Tagesordnung des Planungsausschusses stehen.

Die Fahrt nach Köln hat sich offenbar für die Vertreterinnen der Stadt gelohnt: „Es ging um offene Fragen und Klarstellungen. Ich bin ja keine Akustikerin oder Gutachterin, habe jetzt aber alles verstanden“, erklärte Stall. Robert Brintrup ist optimistisch, aber nicht blauäugig. Er weiß, dass der Wahlefeldsaal nicht mehr an Privatpersonen wird vermietet werden können, die bis „in die Puppen“ feiern wollen. Die Bruderschaft werde sich umgehend mit der Stadt in Verbindung setzen.

Nachdem der alte Bauantrag vom Gericht „kassiert“ worden war, muss der neue so formuliert werden, dass er unter Berücksichtigung der Vorgaben des Tüv-Gutachtens genehmigungsfähig ist. Die Anlieger sollen in das Verfahren eingebunden werden, die Stadt werde auf die Klägerin zugehen. Ziel ist eine einvernehmliche Vorgehensweise, die allen Parteien gerecht wird.

Privatveranstaltungen dürfen nur bis 22 Uhr laufen

Eine Nachbarin des Wahlefeldsaals hatte im vergangenen Jahr gegen die Lärmbelastung geklagt und Recht bekommen. Eine ganze Reihe von angesetzten Veranstaltungen mussten daraufhin ausfallen, beziehungsweise verlegt werden. So mussten die Karnevalisten in einem Zelt feiern.

 

Bei einem Ortstermin stellte das Verwaltungsgericht Düsseldorf fest, dass der Saal ohne gültige Genehmigung sei.

Was heißt das konkret? Privatveranstaltungen, die länger als bis 22 Uhr dauern, dürften künftig kaum noch möglich sein. „Wir müssen schauen, dass wir mehr Tagesveranstaltungen kriegen“, erklärte der Schützen-Präsident. Er verweist auf zwei Geburtstagsfeiern, die letzte Woche im Wahlefeldsaal stattgefunden hatten: Sie begannen bereits um 11 Uhr – um 22 Uhr war dann Schluss.

Brintrup hofft, dass das Brauchtum wieder in den Wahlefeldsaal zurückkehrt – für derartige Veranstaltungen gelten andere gesetzliche Lärmschutz-Bestimmungen als für Privatveranstaltungen. Er ist optimistisch, dass beispielsweise die Karnevalsveranstaltungen zwischen Altweiber und Rosenmontag nächstes Jahr wieder im Saal – und nicht wie in dieser Session in einem Zelt an der Pappelallee – stattfinden werden.

Zur Zeitschiene habe sich die Technische Beigeordnete noch nicht geäußert. Brintrup geht davon aus, dass die Baugenehmigung zum Schützenfest Anfang Juli vorliegen wird.

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