Die Täter brachen nachts ein, während die Opfer schliefen. Auch in Willich und Schiefbahn waren sie aktiv.

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Markus Niesczery von der Polizei zeigt das Werkzeug der Täter. Sie waren darauf spezialisiert, Türen leise aufzubrechen.

Markus Niesczery von der Polizei zeigt das Werkzeug der Täter. Sie waren darauf spezialisiert, Türen leise aufzubrechen.

Stefan Arend

Markus Niesczery von der Polizei zeigt das Werkzeug der Täter. Sie waren darauf spezialisiert, Türen leise aufzubrechen.

Düsseldorf/Willich. Sie kamen nachts und sie kamen leise. Während die Bewohner im ersten Stock schliefen, knackten sie die Schlösser der Haustüren, durchsuchten das Erdgeschoss nach Beute. Manchmal wurden Opfer durch die Geräusche geweckt. „Sie sahen dann aber nur noch einen Schatten in der Dunkelheit verschwinden“, sagt Dieter Töpfer vom Einbruchskommissariat der Düsseldorfer Polizei.

Nach mehr als einem Jahr haben seine Ermittler der Bande professioneller Einbrecher das Handwerk gelegt. Auf ihr Konto gehen rund 170 Taten in verschiedenen Städten, mindestens sieben davon in der Stadt Willich.

Die Masche, nachts bewusst dann einzubrechen, wenn die Bewohner zu Hause sind, ist selten, sagt Töpfer. „Es ist eine besonders perfide Art des Einbruchs und für die Opfer sehr traumatisch. Zum Glück ergreifen die Täter aber in der Regel die Flucht, wenn sie überrascht werden.“ So auch in Willich an der Straße „Bue“, wo die Hausbewohnerin nachts um 3.50 Uhr plötzlich einem ungebetenen Gast gegenüber stand.

Kommission „Eule“ übernahm die Ermittlungen

Die Serie, bei der die Täter allein in Düsseldorf Beute im Wert von rund 60 000 Euro machten und insgesamt an den aufgebrochenen Türen einen Sachschaden im sechsstelligen Bereich anrichteten, hätte eigentlich schon im Februar 2011 gestoppt werden können.

Damals fiel der Polizei eine Häufung von Nacht-Einbrüchen auf. „Dann bekam die Serie ein Gesicht“, sagt Kriminalhauptkommissarin Maria Allersmeier, die die Ermittlungskommission „Eule“ (wegen der nachtaktiven Täter) leitet.

Nach einem Einbruch in Langenfeld wurde ein Verdächtiger festgenommen. Doch die Staatsanwaltschaft sah keine Haftgründe – er wurde freigelassen und verschwand.

Ende September wurde derselbe Mann dann nach einem Einbruch in Kaarst verhaftet. Doch er war fast ebenso schnell wieder auf freiem Fuß – und verschwunden. Bis er jetzt bei einer Verkehrskontrolle in Düsseldorf auffiel. Es gelang den Ermittlern, den 23-Jährigen zu einer Wohnung zu verfolgen – und ihn am Samstag schließlich festzunehmen. Er und sein Fahrer (30) sitzen in U-Haft.

Konspirative Wohnung diente als Basis der Bande

In der Wohnung wurden drei weitere Männer (21, 22 und 25 Jahre) gefasst. „Es handelte sich um eine ,konspirative Wohnung’. Eine reine Schlafstätte, die als Basis genutzt wurde“, sagt Töpfer.

Bis auf den 30-Jährigen stammen alle Mitglieder der Gruppe aus demselben Dorf in Albanien. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt durch Straftaten. Töpfer: „Durch die Festnahme konnten wir Düsseldorf und dem Umland ein Stück Sicherheit zurückgeben.“

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