Der „Engel der Kulturen“ hinterließ in Willich einen nachhaltigen Eindruck – und einen Abdruck auf dem Kaiserplatz.

Auf dem Pausenhof der Gesamtschule starten Carmen Dietrich und Gregor Merten die Karawane mit ihrer Engelskulptur. Mit dabei: Bürgermeister Josef Heyes (r.), der auch eine kurze Rede hielt. Weitere Fotos der Aktion unter wz.de/lokales/kreis-viersen.
Auf dem Pausenhof der Gesamtschule starten Carmen Dietrich und Gregor Merten die Karawane mit ihrer Engelskulptur. Mit dabei: Bürgermeister Josef Heyes (r.), der auch eine kurze Rede hielt. Weitere Fotos der Aktion unter wz.de/lokales/kreis-viersen.

Auf dem Pausenhof der Gesamtschule starten Carmen Dietrich und Gregor Merten die Karawane mit ihrer Engelskulptur. Mit dabei: Bürgermeister Josef Heyes (r.), der auch eine kurze Rede hielt. Weitere Fotos der Aktion unter wz.de/lokales/kreis-viersen.

Pastor Markus Poltermann (l.) und Künstler Gregor Merten bereiten den Engel für die nächste Station vor.

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Auf dem Pausenhof der Gesamtschule starten Carmen Dietrich und Gregor Merten die Karawane mit ihrer Engelskulptur. Mit dabei: Bürgermeister Josef Heyes (r.), der auch eine kurze Rede hielt. Weitere Fotos der Aktion unter wz.de/lokales/kreis-viersen.

Willich. Messdiener und Muslime, Pfadfinder und Flüchtlinge, Schüler und Senioren – sie alle machten mit beim „Engel der Kulturen“. „Das ist sicher die schönste Kunstaktion, die wir je in der Stadt hatten“, schwärmte die Willicherin Marianne Bieniek am Nachmittag auf dem Kaiserplatz angesichts der insgesamt rund 400 Beteiligten bei der Aktion.

Losgezogen war die Karawane mit der 86 Kilo schweren Engelskulptur – ein runder Stahlhohlkörper mit einem Durchmesser von 1,50 Meter – mittags an der Robert-Schuman-Gesamtschule. „Dort hatten wir einen unfassbar tollen Auftakt“, berichtete Mit-Organisatorin Kirsten Schwikkard in einer Zwischenbilanz.

Ausstellungen, Kunstaktionen, Gesang, Gebete und kurze Ansprachen für Völkerverständigung und Toleranz begleiteten den Engel, den das Künstlerehepaar Carmen Dietrich und Gregor Merten geschaffen hat, zu den verschiedenen Stationen: Moschee, evangelische Kirche, Flüchtlingsunterkunft, katholische Kirche und Kaiserplatz.

Auf dem Kaiserplatz herrschte Volksfeststimmung

An jeder Station wurde das Innere des Rings mit einer Schicht aus weißem Quarzsand ausgefüllt. Immer andere Akteure aus Willich unterstützen dabei das Kunstprojekt zur Förderung der interkulturellen Begegnung. An der Mosche trugen zwei muslimische Mädchen ein Gebet auf Arabisch vor, das anschließend übersetzt wurde. An der evangelischen Kirche wurde von Jugendlichen der Emmaus-Gemeinde und des St. Bernhard-Gymnasiums eine Geschichte erzählt. Auf dem Markt stiegen gelbe Luftballons mit Wünschen an die Engel in die Luft. Die Zettel waren in den Jugendheimen Karo 11 und Titanic vorbereitet worden.

Fast schon Volksfeststimmung herrschte um Abschluss auf dem Kaiserplatz. Muslimische Frauen boten unter einem Zeltdach Gebäck, Rosen und Informationen über ihre Religion an. Nebenan verzierten Akteure aus den Jugendheimen Textilien und Einkaufstaschen mit dem Engelsymbol. Eine sechsköpfige Jugendgruppe der Emmaus-Kirchengemeinde machte dasselbe auf Armen oder Händen. „Uns hat die Beteiligung an der Aktion viel Spaß gemacht“, berichtete Julian Jürgen (16).

Jubel brandete auf, als am Ende des Aktionstages zur nachhaltigen Erinnerung der „Engel der Kulturen“ als blaue Bodenintarsie in das Pflaster des Kaiserplatzes eingelassen wurde. „Nur gemeinsam und solidarisch werden wir eine friedliche Zukunft gestalten können“, betonte Carmen Dietrich zuvor in einer kurzen Ansprache. Nach einem gemeinsamen Friedensgebet packte Pastor Markus Poltermann dann mit an, als Gregor Merten mit dem Schneidbrenner die neue Intarsie für die nächste Stadt herstellte.

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