Zwei Jahre und acht Monate muss ein Mann in Haft. Für das Strafmaß spielte die Aids-Erkrankung keine Rolle.

Willich. Für die Anwältin von Markus M. (Name geändert) ist das Strafmaß, das vom Gericht über ihren Mandanten verhängt wurde, „so gut wie lebenslänglich.“ Für zwei Jahre und acht Monate muss der 47-Jährige hinter Gitter.

Der Krefelder, der seinen Lebensgefährten im Publikum begrüßte, ist nicht nur schwer von harten Drogen abhängig, sondern seit rund 30 Jahren auch HIV-positiv. Da er seine Aids-Krankheit nicht ärztlich behandeln ließ, sieht ihn seine Anwältin „jetzt im Endstadium“.

Seine medizinischen Werte seien inzwischen so schlecht, dass er wohl kaum die nächsten Jahre überleben werde. „Es ist ein medizinisches Wunder, dass er überhaupt noch lebt.“ Das Amtsgericht sah darin jedoch keinen Grund für eine mildere Strafe.

Hauptsächlich auf Gold und Diamanten konzentriert

Wegen acht gewerbsmäßige Diebstähle musste sich Markus M. vor dem Amtsgericht verantworten. Dabei hatte sich der Krefelder auf Gold und Diamanten aus Juweliergeschäften spezialisiert. Zwischen 2009 und 2010 schlug M. zwischen Münster, Willich, Brüggen, Hilden, Wesel, Kempen und Grevenbroich zu. Sieben Mal, das gestand der 47-Jährige ein, sei er „erfolgreich“ gewesen.

Unter anderem war ihm ein Diebstahl bei einem Willicher Juwelier zur Last gelegt worden. Hier hatte er einen Ring im Wert von 7325 Euro gestohlen. Am gleichen Tag war er auch in einem Willicher Fotogeschäft aktiv.

Insgesamt erbeutete er Schmuck im Wert von fast 27 000 Euro. Wertvollstes Stück war ein mit Diamanten besetzter Platinring im Wert von rund 9200 Euro.

Vorstrafenregister reicht bis in das Jahr 1981 zurück

Markus M. setzte den Gegenwert des Schmucks fast ausschließlich für den Kauf von Kokain und Heroin ein. Bis zum Jahr 1981 reicht sein umfangreiches Vorstrafenregister. Mehrere erfolglose Therapien hat er hinter sich.

Deshalb hat das Gericht gar keine andere Wahl, als ihn zurück ins Gefängnis zu schicken. M. könne höchstens eine Aufschiebung der Haft erreichen, wenn er einen sicheren Nachweis für eine neue Therapie vorlege.

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